21.Feb

Grand Prix 1:8 OffRoad im französischen Montpellier 2012

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Exakt 1068km betrug für uns die Entfernung zum diesjährigen OffRoad GP im französischen Montpellier. Eine recht weite Anfahrt also, aber es kam mit über 200 Fahrern dennoch ein beachtliches Starterfeld zusammen und bis auf ein paar wenige Ausnahmen (Bloomfield + Willets /UK, Neumann/D und Ronnefalk / S) war im Prinzip die gesamte europäische Elite in Frankreich am Start und sogar Ryan Maifield aus den USA hatte den weiten Weg auf sich genommen, um seinen Teamkollegen Yannick Aigoin zu unterstützen. Auch das deutsche Team war mit insgesamt 12 Fahrern stark vertreten und schlug sich hervorragend. Leider bewegten sich die Temperaturen trotz schönem und trockenem Wetter während der gesamten Veranstaltung stets in einem sehr niedrigen Bereich zwischen -5°C am Morgen und maximal 7°C am Mittag, so das eine der wichtigsten Aufgaben darin bestand, sich möglichst warm einzukleiden. Nach den Erfahrungen mit einer heftigen Erkältung beim Hallenmasters in Quakenbrück ging auch ich diesmal kleidungstechnisch sehr konservativ zu Werke und die Ähnlichkeit mit dem berühmten „Michelin-Männchen“ ließ sich stellenweise nicht leugnen.

Die 3-tägige Veranstaltung war sehr gut organisiert und auch die traumhaft schöne Strecke hatte nicht nur im Umfeld mit vielen Warmlaufplätzen und Druckluftstationen einiges zu bieten, war aber durchaus nicht einfach zu fahren, weshalb etwas mehr Training als die spärlichen 4 mal 5 Minuten durchaus hilfreich gewesen wären, denn es war kaum möglich, sich in der Kürze der Zeit auf diese anspruchsvolle Piste einzuschießen, zumal ganz klar ersichtlich war, dass einige einheimische Fahrer hier einen deutlichen Heimvorteil ausspielen konnten. Auch bei der Bewirtung wurde die Veranstaltung aufgrund der großen Auswahl und kurzen Wartezeiten einem hohen Standard gerecht und der durchweg positive Gesamteindruck wurde lediglich durch die Tatsache getrübt, dass sich unsere französischen Sportsfreunde über den gesamten Zeitraum hinweg standhaft weigerten in Englisch zu kommunizieren, was die Dinge an manchen Stellen durchaus erschwerte. Beim Blick auf die Materialliste fiel auch in Frankreich auf, dass Mugen Seiki zusammen mit Kyosho die dominierenden Fahrzeuge waren. Ein ähnlich klares Bild zeigte sich auch auf dem Motorensektor, der klar zu Gunsten von RB und Novarossi aufgeteilt war und hinter denen die anderen Hersteller deutlich abfielen. Deutlich bunter dagegen war das Bild bei den Reifen. Hier wurde so ziemlich alles gefahren, was der Markt bietet, wobei sich letztendlich dann aber Pro Circuit, Aka, RB, Sweep und Beta durchgesetzt haben.

Die Qualifikation startete am Samstagmorgen und von den 3 gefahrenen Durchgängen sollten 2 zur Wertung herangezogen werden. Aus deutscher Sicht konnten wir mit den Ergebnissen zufrieden sein, zumal sich unsere Fahrer von Lauf zu Lauf steigerten und mit etwas mehr Training wäre hier ganz sicher noch etwas mehr drin gewesen. Am späten Nachmittag folgten dann bereits die unteren Finalläufe.

Der Sonntag war dann ausschließlich den Finalen vorbehalten und Mann des Tages war hier aus meiner Sicht ganz klar Christian Köster mit seinem Mugen MBX-6R, der insgesamt 4 Mal den Aufstieg ins nächste Finale schaffte und sich dabei hervorragend in Szene setzten konnte. Seine Leistung ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass er erst seit relativ kurzer Zeit in der Szene aktiv ist. Aber auch für die restlichen deutschen Fahrer lief es grundsätzlich gut und sie waren mit ihren Platzierungen zufrieden. Ich selbst konnte mich fürs Halbfinale qualifizieren und von dort aus ohne größere Schwierigkeiten ins Finale fahren. Die nach den Vorläufen für das Halbfinale vorgenommenen Umbauten am Fahrzeug sagten mir aber gar nicht zu, so dass wir für das 60-minütige Finale noch einige Sachen an meinem MBX-6R EU geändert haben. Ich versprach mir eine Verbesserung von härteren Stoßdämpfern in einer anderen Position und für das lange Finale erschienen mir die RB Speedline Scorpion Reifen in Super Soft als die bessere Wahl. Leider stellte sich meine Reifenwahl als unglücklich heraus und gegenüber den vorher verwendeten RB Speedline Typhoon ließ sich der MBX-6R EU mit den Scorpion Reifen nicht mehr so entspannt fahren, denn auf der nicht sonderlich griffigen Strecke fehlte hiermit doch einiges an Seitenstabilität. Da an ein aggressives Fahren unter diesen Umständen nicht zu denken war, entschied ich mich für eine defensive Fahrweise und ruhig meine Runden zu ziehen. In der Regel zeigt sich in solchen Situationen dann zum Ende hin, ob ein Angriff noch Sinn macht, wenn bei dem einen oder anderen Fahrer die Reifen nachlassen oder der Empfängerakku leer geht. So war es auch diesmal, wenn gleich die Ausfallquote aber relativ gering war und als während der letzten 10 Minuten einige Fahrer in Probleme gerieten, konnte ich wertvolle Positionen gutmachen und mich schlussendlich auf Platz 7 vorarbeiten, womit ich unter diesen Umständen mehr als zufrieden war. Grundsätzlich wäre zwar evtl. auch Platz 3-4 erreichbar gewesen, doch dafür unterliefen mir nicht zuletzt wegen eines nicht perfekten Setups zu viele Fahrfehler.

RMV-Deutschland

Finallauf Buggy OR8 in Montpellier 2012

Ergebnis/Result
Pos.Fahrer/DriverLa./Con.Auto/CarMotor/EngineReifen/TyresR.Zeit/Time
1.Robert BattleNovarossiPro Circuit9260:00.9
2.Reno SavoyaXraySweep9260:06.9
3.Martin BayerXrayNVisionAKA9160:12.5
4.Jerome SartelAgamaBullittBeta9160:18.7
5.Yannick AigoinAssociatedNVisionPro Circuit9060:12.8
6.Daniel VegaAgamaRedsBeta8960:08.4
7.Daniel Reckward8860:30.0
8.Davide TortoriciBlissPro Circuit8860:36.0
9.Byran BaldoNovarossiPro Circuit8760:14.1
10.Ryan MailfieldAssociatedLRPJConcepts8660:15.8
11.Joseph QuagraineJQJQAKA8060:33.3
12.Elliott BootsKyoshoNovarossiAKA7060:00.0

 
Durch das zeitlich sehr begrenzte Training fehlte mir wertvolle Track Time und ich musste mich fast ausschließlich auf meine eigene Erfahrung verlassen. Auch die Tatsache, dass ich ohne meinen Bruder Matthias als Mechaniker unterwegs war, machte die Sache nicht einfacher, denn er ist es schließlich der in Sachen Setup immer noch einen Trick auf Lager hat und mich auch sonst immer nach vorne pushen kann, was man natürlich bei einem großen Event ganz besonders deutlich merkt. Und an dieser Stelle nochmals tausend Dank für meine Boxencrew Sven Pilotto und Christian Bessler, die im Finale toll gearbeitet und mich super schnell getankt hatten.

Ende gut, alles gut also und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Ausgabe des OffRoad GP in Montpellier im Jahr 2013. Trotz der langen Anreise ist die Veranstaltung absolut empfehlenswert, was sich auch in diesem Jahr wieder bei der Siegerehrung zeigte, bei der mit Robert Battle ein würdiger Sieger gebührend gefeiert wurde. Sein Sieg war das Ergebnis einer über drei Tage hinweg beeindruckenden Leistung und er und sein Mugen MBX-6R EU sind momentan einfach eine Klasse für sich. An dieser Kombination werden sich ganz sicher auch die jungen Wilden noch eine ganze Weile die Zähne ausbeißen.

Quelle … Rennbericht: Daniel Reckward sowie Rennbilder: Antonia Pilotto

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21.02.2012 von admin Zurück

4 Kommentare

  1. Habe unter Google seinen Namen auch eingegeben. Der Reckward hat alles gewonnen, ist der Beste aller Zeiten. Ist in meinen Augen bodenständig geblieben, macht nun bei RMV seine Karriere


    David Gelotsch



  2. Eine tolle Rennkarriere in der er alles mit Buggy wohl gewonnen hat 10 x Deutscher Meister 3 x Europameister sogar 1 x Weltmeister. Das macht ihm so schnell keiner nach. Wobei seine letzten großen Erfolge schon Jahre her sind.


    Uwe Auerbach



  3. Hallo Dani

    Ich kenne euch ja schon sehr lange und Du schaffst es mir doch immer wider auf ein neues zu Überraschen.
    Das Du mit den 20min Training so eine Leistung abrufen kannst würdige ich sehr.
    Das die ganz Großen Erfolge sich nicht so einfach wiederholen lassen wird sicher seine Gründe haben, denn nun hat er großen Erfolg mit einem anderen Rennen und zwar RMV Deutschland.
    Danke Dani, Danke Mattes und dem ganzen Team von RMV Deutschland das ich ein kleiner teil Eurer sein kann.


    Jörg Tauert



  4. Hi Daniel, schöner Bericht ! Danke dafür Grüße Guido


    Guido Backsmann



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