02.Mrz

Hintergrundinformationen + Setup vom OR8 Rennen in Montpellier

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Liebe OffRoad Racer, nach dem für mich durchaus erfolgreichen OffRoad-GP in Montpellier/F habe ich viel Feedback erhalten und das Interesse am Setup meines Mugen MBX-6R EU und meinen Erfahrungen war recht groß. Aus diesem Grund möchte ich daher die Gelegenheit nutzen und euch an dieser Stelle mit einigen TechTipps und Hintergrundinformationen versorgen.

Hintergrundinformationen + Setup Montpellier von Daniel ReckwardDas Finale in Montpellier ging über 60 Minuten und wie in meinem Rennbericht bereits angedeutet lief es ja im Grunde genommen ganz gut, wobei mein hier als PDF-Datei verfügbares Setup aber letztendlich nicht wirklich perfekt zur Strecke passte und ich nicht so attackieren konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Zu Hause angekommen setzte ich mich deswegen zuerst einmal mit meinem Bruder Matthias zusammen, um die Erfahrungen und Erkenntnisse des Rennens zu diskutieren und zu analysieren, was ich in Montpellier hätte noch besser machen können.

Link zum Download: >> Daniel Reckward Setup Sheet Montpellier 2012 <<

Ein bestimmender Faktor in Montpellier war die Tatsache, dass sich die Grippverhältnisse der Strecke im Laufe des Tages stark veränderten. Am Morgen war durch die Nachtfeuchtigkeit die Haftung immer sehr gut, ließ dann aber im Laufe des Tages recht stark nach und zum Nachmittag hin wurde die Strecke dann immer sehr rutschig. Mein MBX-6R EU ging demnach morgens immer sehr gut und ab Mittag kämpfte ich in der Regel mit Problemen und verlor etwas an Speed. Aufgrund der gewonnen Erkenntnisse haben wir uns für das nächste Jahr, oder für die Fahrer, die auch einmal auf einer Strecke mit ähnlicher Charakteristik fahren möchten, bereits einige Punkte überlegt, um besser auf diese speziellen Bedingungen reagieren zu können.

Mein Fehler in Montpellier war, dass ich das vordere Differenzial im Verhältnis zum mittleren zu stark gesperrt hatte und dadurch ging leider sehr viel Lenkung verloren. Es empfiehlt sich daher im vorderen Differenzial 7000er Öl, im mittleren Differenzial ebenfalls 7000er Öl und im hinteren Differenzial am besten 2000er Mugen-Silikonöl zu verwenden. Auch meine gewählten Dämpferpositionen waren alles andere als optimal und im Nachhinein kann man sagen, dass möglichst flache Positionen unter solchen Bedingungen deutlich besser funktionieren. Was die Dämpfung angeht, so scheint ein Befüllen der Dämpfer mit 500er, bzw. 450er Öl der beste Kompromiss zu sein, wobei die Stabilisatoren mit vorne 2,3 mm und hinten 2,9 mm durchaus härter sein dürfen. Um den Wheelspin beim Beschleunigen zu reduzieren, aber besonders dann wenn man einen sehr starken Motor verwendet, ist die Verwendung von 0,9 mm Federn anstatt der 1,0 mm dicken Kupplungsfedern eine sinnvolle Maßnahme. Bei wenig Haftung ist auch eine längere Gesamtuntersetzung immer hilfreich und die Kombination von 14/46 Zähnen dürfte unter solchen Bedingungen der kürzeren Variante mit 13/44 Zähne überlegen sein. Die Reifenwahl ist erfahrungsgemäß einer der wichtigsten Punkte und bei Verhältnissen wie in Montpellier greifen wir auch bei langen Fahrzeiten wie in einem Finale über 60 Minuten am liebsten auf den sehr gut funktionierenden RB Speedline Typhon in super soft zurück. Der Typhon walkte dort im Gegensatz zum Scorpion, der auch nach einer Stunde noch wie neu aussah, mit Abstand am wenigsten und bot einen immensen Vortrieb in Kombination mit sehr guter Seitenführung.

Als Resumé bleibt anzumerken, dass es ja oft die berühmten Kleinigkeiten sind, die den entscheidenden Unterschied ausmachen, aber nach Rücksprache mit meinem Mugen-Teamkollegen Robert Battle stellte sich heraus, dass er mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, im Gegensatz zu mir die o.a. Punkte aber in die Tat umgesetzt hatte.

So ist es aber nun mal im Rennsport und an manchen Tagen gewinnen halt die anderen, aber ich habe dennoch den Fahrerstand mit einem guten Gefühl verlassen, denn ich bin mir sicher, das Beste aus dem Auto und der Situation herausgeholt zu haben. In diesem Sinne bis zum nächsten Mal –  Stay tunded.

Euer Daniel Reckward

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02.03.2012 von admin Zurück

3 Kommentare

  1. Schön so was zu lesen und siehe da man erfährt auch mal das Teamfahrer ihre Probleme selber lösen müssen :)


    Gustav Thalmann



  2. Letzte Saison war ich kein einziges Mal im Finale nur ein Viertelfinale erreicht. Hatte trotzdem immer viel Spaß ein zwei Bierchen gezischt und am Grill was fettes brutzeln gelaßen. Aber Daniel echt losbenswert auch eigene Fehler zu gestehen und uns Hobbyfahrern die Erfahrung preisgibst


    Tim Schaar



  3. Das ist doch mal ein feiner Zug wenn die Geschichte tatsächlich so wahr ist das echte Teamarbeit. Und ich dachte Mugen-Fahrer helfen sich nicht untereinander


    Kurt Bannoch



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