15.Mai

Steve Baumgarten: Erste Erfahrungen mit Mugen MTX-5 und RB TX-R

0

Hallo liebe VG-Racer ich bin ja seit Anfang des Jahres neu im RMV OnRoad Team und konnte mittlerweile schon einige Erfahrungen mit meinem Mugen MTX-5 und den RB TX-R Motoren sammeln, von denen ich euch an dieser Stelle einmal kurz berichten möchte.

Der Zusammenbau des Fahrzeugs gestaltete sich völlig problemlos und alle Teile waren sehr passgenau, so dass ich an keiner Stelle nacharbeiten musste. Die Qualität aller Teile ist durchgehend auf einem sehr hohen Niveau und auch von den Stoßdämpfern war ich sehr überrascht. Trotz ihres eher simplen Aufbaus lassen sie sich sehr einfach montieren und funktionieren perfekt. Das hätte ich vorher so nicht unbedingt erwartet. Beim Einbau der Elektronik sollte man sich jedoch etwas Zeit nehmen, denn der zur Verfügung stehende Platz ist doch sehr beschränkt und an machen Stellen geht es recht eng zu.

Nach dem Zusammenbau in der Weihnachtszeit war ich doch sehr neugierig auf mein neues Arbeitsgerät und fuhr zu einem ersten Rollout zur Hallenrennstrecke nach Munzig. Mein erster Eindruck nach einigen Runden mit dem Buakasten-SetUp war dann auch gleich sehr gut, denn es lief vom ersten Meter an alles völlig problemlos. Kupplung und Getriebe funktionierten mit einer erstaunlichen Präzision und Genauigkeit und das Handling war sehr einfach und kontrollierbar. Lediglich das speziell unter Last leicht schiebende Fahrverhalten störte mich noch etwas, weshalb ich einen weicheren Stabilisator an der Vorderachse montierte, worauf der MTX-5 auch sehr deutlich mit einer spürbaren Verbesserung reagierte. Da dieser erste Tag ohnehin nur als reiner Funktionstest gedacht war, probierte ich keine weiteren Veränderungen am Fahrwerk und da ja bekanntlich der erste Eindruck immer der wichtigste ist, fuhr ich folglich mit einem sehr guten Gefühl wieder nach Hause.

Steve Baumgarten: Erste Erfahrungen mit dem Mugen MTX-5 und RB TX-R
 
Mein zweiter Test mit dem MTX-5 fand auf der Rennstrecke in Türkheim statt. Zwischenzeitlich hatte ich mich von Robert Pietsch und Dieter Fleischer mit einigen Informationen zum SetUp versorgt und einige Dinge an meinem Fahrzeug geändert. Wichtigste Änderung war die Änderung der Dämpfer auf 2-Lochplatten vorne und hinten und ein mit 450 cps deutlich weicheres Dämpferöl. Damit war der MTX-5 speziell unter Last schon deutlich agiler und trotzdem ich es vom Gefühl her eher ruhig und zurückhaltend angehen ließ, bewegten sich die Rundenzeiten sofort in einem Bereich um 13,8 Sekunden, was für die Strecke in Türkheim schon eine sehr gute Ausgangsbasis ist. Nach 5 Tankfüllungen und einigen Eingewöhnungsrunden konnte ich meine Rundenzeiten schon bis auf 13,6 Sekunden drücken, was mich selbst am meisten überraschte. An diesem Tag probierte ich noch verschiedene Fahrwerksfedern, kam aber zu der Erkenntnis, dass der MTX-5 zumindest in Türkheim mit den blauen Baukastenfedern am besten funktionierte. Besonders beeindruckt hat mich an diesem Tag die Tatsache, wie konstant und einfach der MTX-5 zu fahren war. Es war sehr einfach möglich auf fast spielerische Art absolut gleichmäßige Runden zu fahren, wobei sich das Auto selbst bei längeren Stints überhaupt nicht veränderte und auch im Grenzbereich jederzeit kontrollierbar war.

Nach einigen weiteren Tests kann ich sagen, dass man insbesondere mit Hilfe des verschiebbaren Trimmgewichts unter dem Tank die Balance des Chassis absolut feinfühlig beeinflussen und so auf einfache und schnelle Art kleine Anpassungen z.B. bei einem Wechsel auf einen anderen Karosserietyp vornehmen kann. Grundsätzlich erscheint mir der MTX-5 perfekt ausbalanciert zu sein und reagiert sehr deutlich auf Veränderungen am SetUp, wodurch es einfach wird eine gute Abstimmung zu finden.

Steve Baumgarten: Erste Erfahrungen mit dem Mugen MTX-5 und RB TX-R
 
Mit diesen durchweg sehr positiven Erkenntnissen fuhr ich dann zum ersten SK-Lauf VG10 der Gruppe Süd zum Rennen auf den Zollhausring nach Nürnberg. Leider war der Samstag total verregnet, so dass kein aussagekräftiges Training möglich war. Ich musste also vollkommen unvorbereitet in die Vorläufe am Sonntag gehen. Der erste Vorlaufdurchgang am Sonntagmorgen fand dann auf einer an einigen Stellen noch leicht feuchten Strecke statt, doch der MTX-5 funktionierte auch unter den nicht ganz einfachen Bedingungen in Nürnberg vom ersten Meter an beeindruckend gut. Ich leistete mir zwar auf den noch feuchten Stellen einige leichte Quersteher, dennoch gelang es mir quasi aus dem Stand die schnellste Rundenzeit in der Qualifikation und an P3 der Rangliste zu fahren. Dies hätte ich vorher niemals erwartet und da auch die verbleibenden Vorläufe ein Opfer des erneut einsetzenden Regens wurden, blieb es für mich bei diesem einzigen Vorlauf. Da ich mein Material gerade im ersten Rennen der Saison noch schonen wollte, verzichtete ich wie viele andere Fahrer auf einen Start im Halbfinale, obwohl wir natürlich alle sehr gerne ein echtes Rennen gefahren wären.

Auch zu den neuen RB TX-R Motoren kann ich nun einige erste Eindrücke liefern. Nach einer weniger überzeugenden Erfahrung vor einigen Jahren näherte ich mich dem Thema mit einer gesunden Neugier und war sehr gespannt auf das Handling und die Performance meines neuen RB TX-R. Der erste Start des Motors verlief problemlos und schon während des Einlaufvorgangs zeigte sich der TX-R stets von seiner Schokoladenseite. Ich kann jedoch nur jedem raten, sich für die Einlaufphase die nötige Zeit und Ruhe zu nehmen und zuerst 4-6 Tankfüllungen im Stand bei extrem fetter Vergasereinstellung und Vollgas zu absolvieren und sich anschließend auf der Strecke langsam an die perfekte Einstellung heran zu tasten. In Kombination mit dem passenden RB-Resorohr EFRA 2668 zeigte der TX-R bisher eine beeindruckende Höchstleistung gepaart mit unbändiger Drehfreude und hat mich auf der ganzen Linie überzeugt. Mit anderen Auspuffanlagen zeigte sich der TX-R dagegen bei weitem nicht so leistungsbereit, weshalb ich das RB-Resorohr EFRA 2668 unbedingt jedem empfehlen würde. Die Leistung dieses Motors ist wirklich mehr als ausreichend und jederzeit dosiert einsetzbar. Bisher hat es sich nicht ergeben, den Motor mit Temperaturen um 140 °C fahren zu müssen, was aus meiner Sicht ohnehin nur Sinn macht, wenn man gezwungen ist Treibstoff zu sparen. 130 °C waren bisher das absolut oberste Limit und bis dahin war kein Leistungsverlust spürbar.

Steve Baumgarten: Erste Erfahrungen mit dem Mugen MTX-5 und RB TX-R
 
Einziger Kritikpunkt bisher – und das ist wirklich als Jammern auf extrem hohen Niveau zu verstehen – ist die Tatsache, dass die absolut perfekte Vergasereinstellung manchmal nicht ganz so einfach zu finden ist und der Motor dazu tendiert hin und wieder etwas zu fett zu laufen. Bei leicht magererer Einstellung stellt sich nach ca. 2-3 Minuten ein geringfügig spürbarer Leistungsverlust ein, der sich mit einer dann wieder etwas fetteren Vergasereinstellung jedoch leicht korrigieren lässt. Diesen Punkt betreffend werden wir aber in Kürze noch einmal mit einer höheren Verdichtung experimentieren, womit sich das Problem eigentlich abstellen lassen sollte.

Ich werde euch aber auf jeden Fall über meine weiteren Erfahrungen mit dem MTX-5 und dem RB TX-R auf dem Laufenden halten.

Bis bald.

Euer Steve

{lang: 'de'}
15.05.2012 von admin Zurück

Hinterlasse einen Kommentar

 

    Fan Page