18.Jun

European Nitro Challenge in Hockenheim

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Hockenheim ist wohl jedem Motorsport-Begeisterten ein Begriff. Die in Baden-Württemberg gelegene Stadt 20km von Mannheim hat neben einem tollen Stadtkern mit kleinen Cafés und Bistros und der im Rheinbogen gelegenen Landschaft vor allem eins zu bieten: Motorsport. Vom 07. bis 10. Juni 2012 fand direkt neben dem legendären Hockenheimring die Euro-Nitro-Challenge statt. Das Event erstmals im Jahr 2011 ausgetragen ist bereits letztes Jahr durch gute Organisation und entspannte Atmosphäre sehr gut angekommen. Auch dieses Jahr ließ die Nennliste auf ein Rennen von höchstem Niveau vorausblicken. Bildet die Rennveranstaltung mit 120 Teilnehmern nicht nur das größte Verbrenner-Glattbahn-Rennen des Jahres in Deutschland, so kündigten sich auch große Namen in beiden Maßstäben an. Zu erwähnen sind hier außerdem die Klassen Hobbycup 1:8 und 1:10, denn die Veranstaltung steht unter dem Motto: „Bring back the Fun“ und der Hobbycup ermöglicht den günstigen Einstieg in die Welt der Nitro-Raketen.

Wir erreichten die Strecke am Donnerstagmorgen. Es herrschte bereits großer Trainingsbetrieb und der Stellplatz für alle Übernachtungswilligen der kostenlos Strom, Wasser und Duschen zur Verfügung stellte, war bereits gut gefüllt. Wir begannen den Tag mit dem Testen von verschiedenen Karosserien. Der Griff war bereits jetzt schon gut, denn der Veranstalter hatte die Strecke am Vorabend präpariert. Ein Versuch, in Verbindung mit dem Gerät zur Kontrolle von Haftmittel des DMC, den Haftmitteleinsatz zu unterbinden. Das Training wurde am Donnerstag durch einsetzenden Regen unterbrochen.

Freitagmorgen startete das kontrollierte Training pünktlich. Schon am Vorabend haben wir uns ein paar Veränderungen überlegt, die wir an diesem Tag ausprobieren wollten. Mit dabei waren Überlegungen ob wir die Felge bearbeiten sollten, welche Karosserie die Beste sein würde und welcher Ausfederweg, Stoßdämpferfedern/Öl das Beste sein würde. Am Freitagabend konnten wir alle unsere geplanten Änderungen ausprobieren, trotzdem waren wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wieder einmal hatte ich mir bei den zwei schnelleren Fahrern mit einem Mugen MRX5 Setup-Tipps „abgeschaut“ und auf mein Fahrzeug übertragen. Eine Vorgehensweise, die mir nicht weiterhilft. Denn gerade im VG-Glattbahn sind Fahrzeugabstimmungen sehr individuell auf den Fahrstil angepasst und können nicht gedankenlos übertragen werden. Es führen viele Wege nach Rom. Ich beendete das Training auf Platz 16 und das einsetzende Gewitter beendete den zweiten tollen Tag auf dieser außergewöhnlichen Strecke.

Wir entschlossen uns, für Samstag die Federhärte auf der Vorderachse zu erhöhen, daß Öl der Vorderachse weicher zu machen und das Rollcentrum auf der Hinterachse anzuheben. Dadurch erhoffte ich mir, daß mein Mugen auf der großen weitläufigen Strecke mehr Geschwindigkeit in die Kurve mitnimmt und nicht einhakt. Mit dem Rollcenter hatten wir bereits bei der Europameisterschaft in Frankreich vor 2 Wochen gute Erfahrung gemacht um in den s.g. Omega-Kurven den Drift der Hinterachse bei Teillast zu erhöhen. Das weichere Öl sollte dazu dienen, daß der Dämpfer trotz der harten Feder schnell genug Anspricht und mein Mugen am Anfang und Ende der Geraden nicht an der Kurve vorbeischiebt.

Link zum Download: >>Thilo Thödtmann MRX5 Setup Sheet Hockenheim 2012 <<

Samstagmorgen begannen die Vorläufe. Zuerst startete mein guter Freund Luigi in der Klasse Hobbycup 1:8 und hatte einige Änderungen von mir übernommen. Sein Mugen reagierte in der erhofften Weise darauf und ließ mich zuversichtlich in den Vorlauf gehen. Ich war in der zweitschnellsten Vorlaufgruppe und wie immer sollte es ein sauberen Lauf werden, um in den folgenden das Risiko erhöhen zu können. Mein Antriebspacket aus RB CXR Motor, RB Treibstoff und RB Speedline Reifen zeigte an diesem Wochenende Top-Leistung. Das mußte es auch, den Motorleistung ist auf dieser Strecke wichtig. Ist die Geraden zwar nicht außergewöhnlich lang, wird doch das Infield Größtenteils im 2. Gang bewältigt. Mein Setup fühlte sich sofort sehr gut an, die Zeiten waren nicht wesentlich schneller, doch konstanter und einfacher zu fahren als zuvor. Der Tankstop in den 7 min. Vorläufen lief ebenfalls problemlos und mit Platz 12 war ich zufrieden. Im zweiten Vorlauf schlichen sich zwei kleinere Fahrfehler ein, im dritten Vorlauf konnte ich meine Zeit nochmals um 5 Sekunden auf Rang 7 verbessern. Der vierte Vorlauf ermöglichte von den Streckenbegebenheiten und der Temperatur die schnellsten Zeiten, doch ich steckte im Verkehr fest. Vor mir fuhr Sabrina Lechner ihren schnellen Vorlauf fast fehlerfrei und hinter mir fuhr Merlin Depta ebenfalls fehlerlos. Minutenlang flogen wir in Formation über die Strecke. Dabei mussten wir uns gut auf die anderen Fahrzeuge konzentrieren um ggf. ausweichen zu können. Dies gelang uns durch gegenseitige Rücksichtnahme sehr gut, doch sowas kostet leider Zeit, keine Verbesserung für mich. Am Ende des dritten Tages stand meine Ausgangsposition fest. Rank 12 und somit Startplatz 4 im Halbfinale B. Wir ließen den Tag mit einem großen Barbecue mit allen Freunden ausklingen. Das Spiel der Nationalmannschaft und der Start meines Halbfinales am Sonntag um 14:15 Uhr waren sicher dafür verantwortlich, daß die ein- oder andere Flasche Wein mehr geköpft wurde. Solche Abende sind es, die dieses Hobby so schön machen. Der Sonntag startete mit ausgiebiger Fahrzeugpflege, denn ich wollte einen Ausfall im Halbfinale wie in Frankreich unbedingt vermeiden. Wir tauschten die Riemen sowie die Zahnränder an meinem Mugen, der Rest bedurfte keiner Reparatur.

Kurz nach 14 Uhr ging es dann in die 3minütige Vorbereitungszeit. Leider hatte ich es mit dem Öl etwas zu gut gemeint und mein 2.Gang schaltete nicht. Nach einigem Hin-und Her mit meinen Boxenhelfern Sebastian und Luigi zogen wir die Option der Auszeit. Wir reinigten den 2.Gang und ich musste auf Platz 11 starten. Mir war klar, daß ich wirklich sehr schnell sein musste, um nicht den Anschluss an die Spitze zu verlieren, denn nur die ersten beiden sowie die beiden zeitschnellsten aus den 1/2Finalen konnten ins Finale aufsteigen. Mein Start war perfekt und ich konnte bereits die ersten 3 Fahrzeuge überholen, 2 weitere gerieten in der nächsten Kurve aneinander und ein weiteres wurde am Ende der Geraden überholt. Nach dem 1. Tankstop konnte ich mich bis auf Rank 2 vorfahren, doch ein „Verkehrshütchen“ wurde von einem Fahrer auf die Strecke geschleudert, erwischte mich und drückte mir die Karosserie ein. Das Ausbeulen kostete einen zusätzlichen Stop und warf mich auf Rang 3 zurück. Diese Position hielt ich bis zum Ende des Rennens, da das andere Halbfinale langsamer war, stieg ich somit als 10. ins Finale auf. Super!

Für das 45minütige Finale wollte ich abwartend Fahren. Der Start verlief sauber, ich konnte mich aus dem Gerangel heraushalten und mich auf Rang 7 direkt hinter Michael Salven setzen. Michael hatte geplant, mit einem Reifensatz durchzufahren, wohingegen ich einen Reifenwechsel plante. Nachdem ich mich auf Rang 6 verbessern konnte fuhr ich ein einsames Rennen, die Spitze aus Pietsch, Picco, Giesa, Mack fuhr davon und nach hinten hatte ich gute 5 Sekunden Vorsprung. Kurz vor dem Reifenwechsel löste sich eine Karosserieversteifung und blockierte meine Lenkung. Durch den Verlust des Antriebsknochens verlor ich fast 7 Minuten und nahm das Rennen auf dem letzten Platz wieder auf. Bedingt durch einen Ausfall konnte ich schlussendlich den 9. Rang erreichen während Robert Pietsch einem knappen Sieg vor Alberto Picco und Oliver Mack einfuhr.

RMV-Deutschland

Finale 1:8 OnRoad in Hockenheim

Ergebnis/Result
Pos.Fahrer/DriverLa./Con.Auto/CarMotor/EngineReifen/TyresR.Zeit/Time
1.Robert PietschNovarossi k.A.14845:10.320
2.Alberto PiccoPicco k.A.14845:13.770
3.Oliver MackShepherdNovarossi k.A.14445:15.330
4.Andreas GiesaSerpentXceed k.A.14245:15.460
5.Nicolai BahrOS k.A.14045:18.920
6.Lars HoppeShepherdNovarossi k.A.13945:17.430
7.Michael SalvenSerpentXceed k.A.13243:33.000
8.Merlin DeptaSerpentNovarossi k.A.13043:47.490
9.Thilo Tödtmann 12145:20.160
10.Toni GruberSerpentXceed k.A.11445:08.750

 
Durch die Teilnahme am Finale und der tolle 2. Platz von Luigi Pili beim Hobbycup rundet sich ein gelungenes langes Wochenende ab. Durch die tolle Stecke, gute Rennleitung und das Zusammenkommen von Freunden aus ganz Europa hat die Euro-Nitro-Challenge auch 2013 einen festen Platz in unserem Kalender. Vom 30.06 bis 01.07 findet beim MCK-Dormagen der 3. Lauf zur Sportkreismeisterschaft 2012 statt. Zuvor werde ich am kommenden Wochenende das erste Mal abseits der Piste sein, beim 2. NRW Buggy Cup 1:8 OffRoad in Essen. Das wird ein Erlebnis.

Quelle … Rennbericht: Thilo Thödtmann sowie Rennbilder: Sebastian Scheidweiler

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18.06.2012 von admin Zurück

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