08.Mrz

Internationales 1:8 OffRoad Hallenrennen 2013 in Bütschwil / CH

23

Am Wochenende vom 02. bis 03.03.2013 fand wieder das bereits in den vergangenen Jahren sehr beliebte internationale Hallen-Offroad-Rennen im schweizerischen Bütschwil statt und zusammen mit dem RMV-Team machten sich Christian und ich ebenfalls auf, um vor Ort unser Können unter Beweis zu stellen. Für das Rennen gingen im Vorfeld insgesamt 120 Nennungen ein und letztendlich nahmen 107 Teilnehmer an der Veranstaltung teil.

Nach einer sehr kurzen Nacht mit wenig Schlaf sind wir pünktlich um 8:00 Uhr in Bütschwil angekommen. Wir wurden alle sehr herzlich von den Schweizern Sportsfreunden begrüßt und nach kurzer Akklimatisierung ging es auch schon um Punkt 9:00 Uhr mit den beiden Trainingsläufen los. Da lediglich zwei Trainingsläufe über jeweils 5 Minuten gefahren wurden, musste man sich schnell auf die Strecke einstellen. Ich startete in Trainingsgruppe 2 und ganz besonders zu Anfang war die Strecke zum Teil noch sehr rutschig und darüber hinaus mein RB ONE-R noch nicht perfekt auf die Gegebenheiten abgestimmt. Es musste also erst einmal „Schadensbegrenzung“ betrieben werden und ich versuchte möglichst auf der Strecke zu bleiben und mir deren Verlauf einzuprägen, was natürlich insbesondere auf die schwierigen Passagen zutraf.

Da es erst unser zweites Rennen mit dem RB ONE-R war und wir mit dem neuen Auto natürlich noch über wenig Rennerfahrung speziell auf rutschigen Strecken verfügen, ging es primär darum, ein Setup zu finden, mit dem sich das Auto einfach und kontrolliert fahren ließ. Nach den Trainingsläufen baute Christian daher für die Vorläufe meine Differenziale und Dämpfer noch einmal komplett um. Mein Problem in den nun anstehenden Vorläufen war nun aber, dass Christian mit mir zusammen in einer Vorlaufgruppe startete und somit nicht beobachten konnte, was wir am Auto noch hätten verändern können. Ich sagte ihm zwar nach den Läufen stets womit ich nicht zufrieden war, trotz allem fehlt mir auf diesem Gebiet aber natürlich noch einiges an Erfahrung, was die Sache nicht einfacher machte. Trotzdem versuchte ich stets möglichst aussagekräftige Rückmeldungen zum Auto zu geben und wir konnten dann auch schrittweise Verbesserungen erarbeiten.

In den Vorläufen lief es bei mir eher durchwachsen, was zum Teil auch daran liegt, dass ich mich im Gegensatz zum Training dann immer deutlich stärker darauf zu konzentrieren versuche, möglichst keine Fehler zu machen und das Auto nicht aufs Dach zu legen und damit wertvolle Zeit zu verlieren. Dementsprechend defensiv und fast schon ein wenig ängstlich ging ich zu Werke, was sich natürlich auch auf die Rundenzeiten auswirkte, die als Folge deutlich langsamer als in den Trainingsläufen waren. Die Strecke selbst wurde von Lauf zu Lauf schneller und griffiger, was das Fahren natürlich deutlich einfacher und entspannter machte. Am Ende der Vorläufe fand ich mich schließlich auf dem 75. Platz wieder, was einen Start im 1/32 Finale bedeutete. Mit diesem Ergebnis war ich eigentlich überhaupt nicht zufrieden und war wie so oft ein wenig sauer auf mich selbst, denn es ärgerte mich sehr, dass ich von insgesamt 4 Vorläufen keinen einzigen Lauf wirklich schnell und aggressiv gefahren bin und stets zu vorsichtig war.

Alle Finalläufe gingen über eine Laufdauer von jeweils 20 Minuten, was ich grundsätzlich sehr gut fand, denn bei den meisten anderen Rennen sind die Fahrzeiten insbesondere in den unteren Finalen oftmals deutlich kürzer. Vor meinem Finale war ich zugegebenermaßen sehr nervös, da ich es mir zum Ziel gesetzt hatte, wenigstens einmal aufzusteigen. Diese Nervosität merkte ich dann beim Start deutlich. Von Platz sechs aus gestartet fand ich mich unmittelbar nach dem ersten großen Sprung am Ende des Feldes wieder, was nicht unbedingt der Einstieg war, von dem ich geträumt hatte. Dieser kleine Schock wirkte aber offenbar durchaus konzentrationsfördernd, denn ab diesem Punkt unterliefen mir keine Fehler mehr und ich schaffte es mich nach dem ersten Tankstopp wieder bis auf den zweiten Platz vorzuarbeiten. Diese Position konnte ich bis kurz vor Ende des Rennens halten, als mir dann aber doch noch ein Fehler unterlief, wodurch mich ein anderer Fahrer überholte, ich das Rennen aber dennoch an dritter Position und damit auf einem Aufstiegsplatz beenden konnte.

Mein Tag war gerettet und total glücklich startete ich dann im 1/16-Finale vom 11. Startplatz. Deutlich lockerer und entspannter fuhr ich nun getreu dem Motto: „Fahr einfach dein Rennen. Einmal aufgestiegen – Ziel erreicht!“ Christian hat mir vor dem Start des 1/16-Finallaufs noch kurz gesagt, in welchen Streckenabschnitten ich meine Fahrweise verbessern kann. Ich versuchte das mir Gesagte umzusetzen und gleich nach dem Start befand ich mich bereits an zweiter Position und fuhr fortan ein sauberes Rennen. Meine Boxencrew mit Christian und Daniel erkannte meinen Fahrstil nicht wieder, da er nun deutlich aggressiver war als im vorangegangenen Lauf. Mit zunehmender Fahrtdauer verbesserte sich schließlich auch mein Gefühl für den RB ONE-R und zum Ende hin waren wir quasi eine Einheit. Glücklich und zufrieden beendete ich diesen Lauf auf Platz 3 und stieg damit ein weiteres Mal auf. Matthias und Christian bekamen fast schon Angst vor mir, denn falls mir im 1/8-Finale ebenfalls der Aufstieg gelingen würde, käme es im ¼-Finale zu einem gemeinsamen Aufeinandertreffen.

Vielleicht war es ein Fehler, aber als ich sah, mit welchen Gegnern ich es im 1/8-Finale zu tun hatte, stufte ich mich als mehr oder weniger chancenlos ein. Entgegen meiner ersten Einschätzung war ich dann aber doch nicht völlig chancenlos, denn auch im sehr stark besetzten 1/8-Finale bewegte ich mich ständig im Bereich der Positionen 3-6 und letztendlich verfehlte ich an Position 5 einen weiteren Aufstieg nur sehr knapp. Obwohl ich mit einer nicht besonders hohen Erwartungshaltung in dieses Finale ging, war ich aufgrund des relativ knapp verfehlten Aufstiegs dann doch ein wenig enttäuscht, denn mit ein wenig Glück hätte es durchaus für das ¼-Finale reichen können, was natürlich eine kleine Sensation gewesen wäre.

Mein Zorn war jedoch schnell verraucht und dann konnte ich mich doch noch über meine gute Leistung freuen, denn das ¼-Finale war ja durchaus in Reichweite und das Rennen nach insgesamt 60 aufregenden Minuten Fahrzeit an Position 41 zu beenden war sicherlich nicht das Ergebnis, von dem ich im Vorfeld zu träumen gewagt hätte. Mein Fazit des Rennwochenendes lautet demnach ganz klar „Weniger ist mehr“, denn auch wenn ich nicht zu den Schnellsten auf der Strecke gehörte, so habe ich mit einer konstanten und überlegten Fahrweise ein gutes Ergebnis herausgefahren. Wichtig für mich ist darüber hinaus, dass mein RB-ONE-R die gesamte Fahrzeit ohne einen Materialdefekt überstanden hat und wir auch bezüglich des Setups jede Menge dazu gelernt haben. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch bei Christian und beim gesamten RMV-Team für die tolle Unterstützung, ohne die dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre. Ich freue mich jetzt schon auf die weiteren Rennen mit dem RB ONE-R und hoffe sehr, dass ich meine guten Leistungen weiter verbessern kann.

RMV-Deutschland

Finale BUGGY 1:8 OffRoad in Bütschwil / CH

Ergebnis/Result
Pos.Fahrer/DriverLa./Con.Auto/CarMotor/EngineReifen/TyresR.Zeit/Time
1.Carsten KellerKyoshoOrionStarPin9830:08.084
2.Patrick HoferAssociatedReedyStarPin9730:07.400
3.Jeremy PittetKyoshoOrionStarPin9730:14.793
4.Pascal SassTLRN´VisionStarPin9630:09.163
5.Markus MetschBeatStarPin9630:16.528
6.Robin FrischkopfXrayStarPin9530:03.767
7.Patrick HessN´VisionStarPin9330:06.337
8.Max StölzleKyoshoOrionStarPin9230:13.800
9.Stefan ByesseStarPin5317:37.023
10.Roman KummerAgamaReds2709:32.774
11.Marco StettlerKyoshoOrionStarPin1304:10.332
12.Dominik TschanzLRPLRPStarPin0802:29.585

 
Abschließend bleibt noch anzumerken, dass die Veranstaltung bestens vorbereitet war und der ausrichtende Verein vom Offroad-Club St.Gallen über eine wunderschöne Rennstrecke in einer Reithalle verfügt, die mit Gittermatten und Holzbegrenzungen auf einem Sandboden angelegt ist. Technisch anspruchsvoll sind insbesondere die verschiedenen Sprungkombinationen. Was ich sehr positiv fand, war das beheizte Fahrerlager und die ausreichende und gute Verpflegung. Eine kleine Anregung zum Rennablauf hätte ich jedoch noch zu machen, denn am Samstagabend endeten die Vorläufe erst um 20:30 Uhr. Dies war sehr spät und die Konzentration war nach einer sehr kurzen Nacht und einem anstrengenden Renntag nicht mehr wirklich optimal. Hier wäre es aus meiner Sicht besser gewesen, den 4. Vorlaufdurchgang auf den Sonntagmorgen zu verschieben.

Quelle … Rennbericht sowie Rennbilder: Kerstin Bessler
Hinweis “Alle Angaben ohne Gewähr”

{lang: 'de'}
08.03.2013 von admin Zurück

23 Kommentare

  1. Toller Bericht und Gratulation fürs 2-malige Aufsteigen!


    Robin Frischkopf



  2. Die hat es allen gezeigt sauber :)


    Rainer Wiesweg



  3. Super Bericht, schön zu lesen! Gratullation! Macht schon Spass wenn man 2 mal aufsteigen kann 😀


    Roesti Krokette



  4. Wow was für ein Beitrag, ok i war au einer der Teilnehmer aber genau so war das Gefühl an diesem Renn Wochenende. Wir hatten alle so denke ich ein Familiäres Feeling und alle haben allen geholfen und der Spass stand im Vordergrund. Ergänzungen zu diesem Beitrag kann man nicht machen. Was mich speziell gefreut hat ist halt die Tatsache das grosse Namen an dem Rennen teilgenommen haben und wir hier in der CH auch ich sehen konnten wie die RC Stars ans Werk gehen ist doch recht eindrücklich. Besonders bedanken möchte ich mich hier an dieser Stellen bei den RMV Jungs die mir wirklich weiter helfen konnten Thx euch


    Daniel Stark



  5. Schöner Bericht, super gefahren – mit dieser Einstellung klappt’s am Besten. Gratulation


    Matthias Münster



  6. Toller Rennbericht! An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal beim Veranstalter Mäsi Meyer, Zeitnahme und dem Rest seiner Truppe – Vereinsmitglieder für Euer starkes Engagement bedanken, alle haben ihr Bestes dort gegeben … die Toiletten waren der Oberhammer mit Sitzheitzung und vollautomatischer Popospülung ggfs Reinigung bei Damen und Herren 😉


    Daniel Reckward



  7. Super ausfürlicher Bericht, das liest man dann besonders gerne. Glückwunsch zum zweimaligen Aufsteigen, dass macht dann noch besonders viel Spaß :-)


    Holger Petersen



  8. Toller Bericht weiter so und der Spass am Hobby ist am wichtigsten der Rest kommt von selbst :-)


    Thomas Einert



  9. Glückwunsch Kerstin, zum guten Ergebnis. Da hast Du es einigen Männern aber mal richtig gezeigt 😉 Platz 41 in einem solchen Teilnehmerfeld ist eine wirklich hervorragende Leistung.


    Dieter Fleischer



  10. Supertoller Bericht und natürlich Gratulation, schön wen’s dir gefallen hat. Eine kleine Korrektur hab ich aber noch, die Strecke war nur Temporär. Am Freitag 07.30 Uhr begannen wir mit dem Aufbau, bewaffnet mit einem Bagger, einem Lieferwagen und 4 Akkuschraubern. Der Rückbau erfolgte gleich nach der Siegerehrung und endete um 23.15 Uhr. Deine Anregung zum Zeitplan versteh ich durchaus, aber uns geht dann die Zeit für den Rückbau aus, und der Reitverein der Montagmorgens wieder antraben will, wäre auch nicht glücklich!


    Daniel Meier



  11. Toller bericht Kerstin Bessler!!! wenn ich das lese freue ich mich auf die neue saison, die für mich leider noch nicht begonnen hat und auf mein ¨neues¨auto


    Gregory Duveau



  12. Toller Bericht, Danke!! Uns freuts natürlich dass es Euch gefallen hat. Wir versuchen immer unser Bestes zu geben. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder. Grüsse aus der Schweiz


    Mäsi Meyer



  13. Hallo Kerstin toller Bericht,es freut mich sehr dass es Euch gefallen hat.Mir hat am besten gefallen(Samstag Morgen als der RMV Bus mit tollen Leuten in Bütschwil einfuhr).Cooles Wochenende mit Euch.Hoffe wir sehen uns mal wieder Gruss an Alle


    Karl-Heinz Kriss



  14. Kerstin ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen ein schöner Bericht! Wenn mal meine Frau mehr Verständnis für unser tolles Hobby hätte wäre ich total begeistert


    Rüdiger Kampehls



  15. @ Daniel Meier – ich finde es toll von dir dieses Thema auch mal kurz anzusprechen weil die wenigstens wissen wieviel Arbeit hinter solch einem Event steckt. Mein Bruder Matthias und ich haben 2010 und 2011 das Mugen Nitrocross Cup by RMV in Oberhausen ausgetragen, 2 Tage vorher mußte alles aufgebaut und 1 Tag später nach dem Event wieder zurückgebaut werden. Das schlaucht ganz schön. Jedoch hat Kerstin im Bericht das nicht übel gemeint mit dem Samstagabend – ich wünsche euch allen weiterhin viel Fahrspaß 😉


    Daniel Reckward



  16. Danke für die lieben Worte! :-) In einem Bericht sollen doch positive und negative Sachen dargestellt werden. Da mir nicht ganz so viele negative Sachen aufgefallen sind, sondern nur das mit dem langen Samstagabend. Dies ist jedoch nicht so tragisch, wir werden trotzdem wieder kommen! :-) Ihr habt nen Klasse Job gemacht!


    Kerstin Bessler



  17. Glückwunsch an Kerstin :-) echt ein toller Bericht, Rennen war echt super und der Support von RMV Deutschland auch 😉 Der RB One R hat sich schnell und leicht fahren und ich freue mich schon auf eine tolle Saison 2013


    Sebastian Winterstein



  18. Gibt es nicht auch ein Video?


    Martin Brandt



  19. Martin, ich weiß das Roesti Krokette ein nettes Video wohl zusammenschneidet!


    Kerstin Bessler



  20. Also ich bin zz noch am Videomaterial sammeln und warte auch noch auf Aufnahmen von meinem Bruder. Falls wer noch was hat, nochmal der Aufruf das mir zu schicken (PM über Facebook für FTP daten) Ein Video vom 1/16el B Final habe ich kurz zusammengeschnippelt und bereits hochgeladen : https://www.youtube.com/watch?v=YZ6R3vb0y4w


    Roesti Krokette



  21. Super Bericht. Scheint ja eine super Veranstaltung gewesen zu sein. Schade das ich nicht mit konnte.


    Daniel Baumann



  22. Schöner Bericht, hat mir gut gefallen.


    Torsten Müller



  23. Schöner Bericht, hat mir gut gefallen.


    Torsten Müller



Hinterlasse einen Kommentar

 

    Fan Page