05.Jun

Euro Nitro Series 1:10 + 1:8 Verbrenner-Glattbahn in Hockenheim

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Liebe Rennsportfreunde ich möchte euch gerne einen ausführlichen Bericht zum ersten Rennen der neu gegründeten Rennserie schreiben namens ENS und steht für European Nitro Series. Die Serie wird von den Machern der berühmten Rennserie ETS durchgeführt. Nähere Infos findet ihr auch bei RedRC. Dieses Event fand in Hockenheim statt und war bis einige winzige, nicht nennenswerte organisatorische Pannen wirklich perfekt arrangiert. Der einzige, der dies zu Beginn des Rennens nicht so ganz verstanden hat, war Petrus, aber irgendwie hat die Organisation um Uwe Reinhard auch das Problem gelöst … aber dazu später mehr.

Donnerstag: Um 04:00 Uhr ging der Wecker, mein Auto war schon gepackt und schwupps ging es nach dem üblichen Wecker wegdrücken und Körperpflege auf die Bahn nach Hockenheim. Die 300 Kilometer liefen durch die schöne Landschaft am Feiertag ohne Probleme ab. Bei der Ankunft war ich noch relativ alleine auf der Strecke und konnte so schon einmal in Ruhe auspacken. Es war trocken, der Gasfinger juckte, also blieb nur die Frage, wann darf ich auf die Bahn? Gegen 09:00 Uhr kam die Antwort, so musste ich noch etwas warten. Na ja, erst mal Plätze für die Kumpels reservieren und hier und da ein kurzes Schwätzchen führen. Und dann war auch schon 10:00 Uhr. Sender an, Karre an und los geht es auf die riesige Bahn. Mein Auto fühlte sich sofort von Beginn an, na ja, sagen wir mal, bescheiden an. Nach dem ich mich an die Bahn gewöhnt hatte, zeigte sich auch der Grund. Mein frisch geputztes Auto, in liebevoller Kleinarbeit nach dem letzten Rennen, für das Event perfekt vorbereitet, war grau! Ah, der Grund war also der Staub, viel konnte nun nicht mehr auf der Bahn sein, es war ja alles in meinem Auto. Der Lockruf meines Motors führte dazu, dass die Bahn früh viel befahren wurde und so sehr schnell Griff aufkam. Wieder am Zelt stellte ich fest, dass alle Kumpels inzwischen auch angekommen waren. Ich saß jedoch alleine mit meiner Reservierung, nun gut dann ziehe ich halt um … aber egal, das war es wert. Nun denn, weiter geht es erst mal mit Quatschen, Fahren, Quatschen, Fahren. Die Bahn hatte inzwischen Griff und mein Wagen ging gut. Also weg mit den Contact Rädern und drauf mit den Einheitsreifen für das Event. Hmm, irgendwie mochte mein Mugen das nicht. Der Wagen ging nicht mehr. Die Reifen hatten ein ganz andere Charakteristik als die Contacträder. Der Wagen hatte zwar Griff jedoch irgendwie komisch. Viel Lenkung oder war es doch ein loses Heck? Irgendwie beides, wenig Rollen und wenig Verschleiß. Nun denn auf die Zähne beißen und das Auto umbauen. Bumpsteer raus und rein, Stabi hart und weich, Federn hart und weich, frei nach dem try and error Prinzip. Nichts ging so wie ich es wollte und mir es gewünscht habe. Na ja, am Ende hatte ich härtere Federn drauf, harte Stabis drin und eine recht hohe Sturzverstellung an der Hinterachse. Dazu noch harte Diffs. Das Auto fuhr nun, die Rundenzeiten habe ich nicht überprüft, aber mein Gefühl sagte mir, das war nix. Inzwischen war es spät. Plan A Pizza essen war angesagt. Also einpacken und dann war da noch der Shepherd Prototyp 1:8 mit Lipo und unglaublichen 4,5KW Antriebsleistung als Elektroversion. Die kurze Frage nach dem „darf ich mal?“ wurde mit einem JA beantwortet. Freude, Freude! Also nach dem Akku laden und Lipo föhnen, durfte ich dann fahren. Mein Gott, das habe ich nicht glauben können, geht das nach vorne. Ich bin ja schon 1:8 gefahren, aber soviel Leistung hatte ich noch nie in den Fingern. Nach zwei Minuten habe ich dann aufgehört und Patrick Nähr durfte weiterfahren, der Glückliche. Der Rest ist schnell erzählt. Ne schnelle Pizza, dann noch ein Bierchen und dann schnell ins Bett.

Freitag: Nach dem Bierchen in der Kneipe zeigte Petrus, dass er auch noch was sagen wollte. Es regnete und wir gingen nach Hause. Im Gästehaus war auch noch die Regenrinne defekt. Das führte zu einer begrenzten Schlafzeit. Um 05:30 Uhr ging es ins Bad, das ganze muss ja mit 4 Typen und einer Frau geteilt werden. Dann ging es zur Strecke und dumm aus der Wäsche schauen. Es regnete Hunde und Katzen. Also Plan B. Mein Regenauto und mein Trockenauto kreuzen, alle guten Teile in das Trockenauto, alle schlechten Teile in das Regenauto. Drei mal schütteln und fertig ist der Rennstall 2.0. Das geht bestimmt na ja, viel schlimmer konnte es auch nicht gehen als am Donnerstag. Also es regnet, ich schraube, wir lachen und hören Musik. Unser Tisch hatte die lauteste Box im Fahrerlager, an dieser Stelle danke Marco für den Angry Bird! Und wir hatten mit Sebastian La Vida den besten DJ dabei. Nach dem die Autos fertig waren, habe ich noch mit Thilo ein Setup auf der Bahn erarbeitet. Alles getestet, Sturz, Vorspur, Reifen, Nachlauf, keine Ahnung. Alles gleich viel Mist. Nach dem die Gummi- und Moosgummi Reifen quasi gleich fuhren, war meine Verwirrung perfekt. Auf der lackierten Fläche geht das Auto besser als auf dem Asphalt? Inzwischen hatte der Regnen aufgehört. Die Strecke trocknete ab, man kann solange fahren wie man wollte, die ersten trauten sich. Es regnete wieder, nun wurde es Zeit für konzentrierte Fachgespräche mit Setup-Diskussion in perfektem RC-Car englisch, in Kombination mit einem Tee am Kaminfeuer. Neee, Patrick Schäfer hat Geburtstag und gibt ein Fass aus. So muss das sein. Also Bierchen trinken, einpacken und irgendetwas zu essen organisieren. Danach weiter zum geselligen Teil in der Kneipe. Nach dem Essen in der wahrscheinlich lebendigsten Stadt von Deutschland, man muss sich vorstellen, dass dort ab 22:00 Uhr keine Bürgersteige mehr vorhanden sind, ging also wieder zur Strecke, an die Hotelbar. Gerade als wir eine Lokalrunde Hörnertee ausgeben wollten, war derselbige leer. So ein Pech!

Samstag: Und weiter im Text, das Badezimmerdrama von vorne und ab zur Strecke. Es regnet schon wieder. Also quatschen, Kaffee trinken, Musik hören, das übliche halt. Dann Fahrerbesprechnung ist auf englisch. Alles Prima zu verstehen. Es scheint als hätte Uwe noch mit Petrus gesprochen. Also auf gut Deutsch: Wir warten bis es trocken ist und wenn wir dann noch unter Flutlicht fahren. So war es dann. Kurz vor Beginn bei abtrocknender Strecke nutze ich noch die Chance mein neues Trockenauto zu testen. Es ging nicht. Oh nein, was muss ich tun? Also noch mal schnell etwas mit Ausfederweg, Bumpsteer und Stabis experimentiert und schon ging es an die Vorläufe. Ich hatte am Donnerstag schon einen Deal mit Frank Schewiola zum gegenseitigen Helfen geschlossen. Ich war in Heat 2, ergo war ich als erster dran. Die Autos mussten ohne Reifen in einem Vorbereitungszelt mit Reifen versehen werden und konnten dann in der Box gestartet werden. Frank hat das auch als 1:8 Fahrer mit Bravour gemeistert und so ging es in den ersten Lauf. Ich fuhr meinen Wagen warm, hier und da mal eine Kontrolle am Motor, etwas Sprit rein und dann hörte ich auf einmal Zeitdurchsagen. Ich dachte noch wie cool ist das hier organisiert, wir bekommen schon in der Vorbereitungszeit die Rundenzeiten durchgesagt. Nun denn, der Lauf ist beendet, gewonnen hat. Hähh? Hallo wir sind doch noch gar nicht gestartet! Da war er also der winzige Organisationsfehler. Gibt es ja bei Elektro nicht. Egal noch mal von vorne. Mein Auto fuhr echt gut. Runde um Runde, die ganze Zeit in Führung und dann ein klitzekleine Berührung eines Tellers. 7 Sekunden weg, Lauf kaputt. Und das gerade beim wichtigsten Lauf. So ein Mist. Das Problem ist, dass wir mit dem Punktesystem gefahren sind. Damit zählt jeder Vorlaufdurchgang als abgeschlossene Einheit mit eigener Rangliste. 3 von 5 Läufen werden gewertet und wer am Ende die meisten Punkte hat, steht auf der Pole. Ach ja, es gibt auch noch A/B/C/D Finale und nur 2 Aufsteiger. Also die ersten 10 sind direkt für das A-Finale qualifiziert und die zwei Zeitschnellsten von allen Subfinals steigen noch auf. Sprich A-Finale mit zwölf Startern. Nun denn, Top Ten ist also das Ziel. Beim zweiten Vorlauf wurde ich von einem anderem Fahrer beim Überholen gedreht und habe wieder 2 Sekunden verloren. Alles viel zu viel bei so einer hohen Leistungsdichte. Na ja, hin und her am Ende des Tages war ich an P16. Also einpacken und schnell was essen. Diesmal war es schon fast 22:00 Uhr als ich mit Sebastian Bürge in der Pizzeria ankam. Noch schnelle leckere Bolognese Nudeln gegessen und mit dem Sixpack von der Tanke in die Ferienwohnung. Sebastian Scheidweiler hat noch an seinem Auto geschraubt. Etwas Bierchen getrunken und der Müdigkeit freien Lauf gelassen.

RMV-Deutschland

Finale 1:8 OnRoad ENS in Hockenheim

Ergebnis/Result
Pos.Fahrer/DriverLa./Con.Auto/CarMotor/EngineR.Zeit/Time
1.Mark GreenSerpentNovarossi14345:00.075
2.Robert PietschNovarossi14345:03.335
3.Michael SalvenSerpentXceed14345:15.410
4.Maximilian VoglShepherdSonic14245:10.994
5.Merlin DeptaSerpentXceed14045:13.091
6.Nicolai BährSerpentSonic13745:09.725
7.Toni GruberSerpentXceed13745:19.726
8.Thilo ThödtmannShepherdSonic13045:18.987
9.Lars HoppeShepherdSonic8828:35.572
10.Tobias HeppXrayNovarossi7526:41.876

 
Sonntag: Vor dem letzten Vorlaufdurchgang waren noch 45min Training. Cool, ich hatte ja noch ne Blitzidee beim Schlafen gehabt. Also, schnell ausprobiert und wieder zurückgebaut. War nix – na ja, egal. Letzter Vorlauf, alles gut und am Ende war ich an P14. Sebastian Bürge war an 10 und somit direkt im A-Finale. Da Frank Schewiola auch im B-Finale stand, mussten wir unseren Helferdeal auflösen. Sebastian Bürge hat in perfekter Weise diese Aufgabe übernommen und das B-Finale ging los. So, cool nach dem Start direkt auf P2 und dann nach 3 weiteren Kurven auf P1, so kann das weitergehen. Hinter mir klebte die ersten 4 Minuten ein Franzose. Dann kamen die Wörter, keine Ahnung welche, jedoch ruft Ariane Levy das gleiche, wenn Alain tanken muss und der Franzose war weg. Gott sei Dank! Mein RB Motor war zwar auch irgendwie etwas französisch, aber anscheinend nicht so durstig. Also ein Stop weniger. Bis zum Schluss konnte ich die Führung halten. Ich war nervös wie der erste Mensch und habe gezittert. Nach dem Finale löste sich die Anspannung und ich war „the Best of the Rest“! Mit einem Bein im A-Finale. Also, Auto noch etwas verändern, die Strecke bekam immer mehr Griff. Konzentrieren auf das zweite B-Finale. Hier war ich deutlich entspannter und obwohl ich nicht der schnellste war, habe ich den Lauf, auch dank der perfekten Boxenarbeit von Sebastian Bürge, gewonnen. Sicher im A-Finale, juhu, ein riesen Erfolg für mich! Jetzt aber schnell noch eine Taktik überlegen, für RedRC noch einen Fragebogen ausfüllen und dann mal schauen was passiert. Nun wer tankt mich denn? Sebastian Bürge fährt ja auch, Thilo und Frank sind danach dran, Marco tankt Dirk Wischnewski. Hmmm, Sebsatian Scheidweiler bietet sich an. Er hat mich schon in Oberhausen beim letzten Sieg getankt. Perfekt! Als zweiten Helfer hat sich auch noch Jasmin Lehmann angeboten. Also zwei Helfer, Sonnenschein, A-Finale beim ersten ENS Rennen. Perfekter Tag! Kurze Fotosession, Fahrerbesprechung und dann geht es schon zur Fahrervorstellung und auf den Fahrerstand. Ich starte von P11. Meine Taktik sah so so aus: Kein Risiko, durchfahren, nach 19 Minuten zwei Räder tauschen, zwei 5 Minuten Stopps und danach alle 4:30 Minuten. Nun denn, alles lief wie am Schnürchen. Sebastian und Jasmin haben einen perfekten Job gemacht. Eine Tankrunde war nur 4,1s länger. So konnte es weitergehen. Und dann: Motor aus. Oh nein, bitte sei nicht kaputt. Irgendwie war der Tank leer, viel zu früh … aber egal. Weiter, dann plötzlich wieder Motor aus. So ein Mist, obwohl der qualmt doch, wenn ich Gas gebe. Sebastian Getriebe, erster Gang defekt! Das ganze Wochenende und in Oberhausen lief das Getriebe und jetzt geht es kaputt. Egal. Getriebe repariert, Ersatzgetriebe lag ja bereit und weiter gings. Am Ende war ich auf P9, hatte eine perfekte Crew und war ziemlich glücklich. Ich war zwar nicht so schnell wie Eric Dankel, dem mit TQ und P1 am Ende auch das perfekte Rennen gelungen ist, jedoch total zufrieden. Nach dem Zusammenpacken gab es noch eine Siegerehrung mit Feuerwerk! Wow, hatte ich auch noch nie. Also, leider alles vorbei, schnell noch einen Burger und ab auf die lange Fahrt nach Hause!

RMV-Deutschland

Finale 1:10 OnRoad ENS in Hockenheim

Ergebnis/Result
Pos.Fahrer/DriverLa./Con.Auto/CarMotor/EngineR.Zeit/Time
1.Eric DankelCapricornNovarossi12745:02.007
2.Basile ConcialdiCapricornOrion12745:05.935
3.Michael DerderianXrayGi-mar12645:05.531
4.Tom KragefskiSerpentOS12545:14.822
5.Pedro RomboutsXrayOrcan12445:09.842
6.Franz EngelXrayOrcan12145:12.051
7.Patrick NahrShepherdSonic12045:02.846
8.Patrick SchaferShepherdSonic11845:20.901
9.Daniel Toennessen11645:04.983
10.Dirk WischnewskiXrayNovarossi11341:33.441

 
Ich hoffe ich konnte euch mit dem Bericht ein kleinen Einblick in dieses tolle ENS-Rennen am Hockenheimring geben und hoffe den ein oder anderen bei den nächsten Rennen wieder zu treffen! Spezial Thankx noch an alle Beteiligten! Das Wochenende war der Hammer!

Quelle … Rennbericht: Daniel Toennessen sowie Rennbilder: ens.redrc.net
Hinweis “Alle Angaben ohne Gewähr”

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05.06.2013 von admin Zurück

7 Kommentare

  1. Hallo Daniel das ist mit Abstand der lustigste Rennbericht den ich je gelesen hab 😉 Der Spaß einer Veranstaltung steht ja in meinen Augen immer an erster Stelle! Beste Grüße Matthias Reckward


    Matthias Reckward



  2. Hallo Daniel, danke für den tollen Bericht und ich freue mich, dass es dir gefallen hat. Wie ich bei der Fahrerbesprechung gesagt habe: Wenn ihr Freude habt, dann haben wir sie auch und umgekehrt. Mir jedenfalls hat es riesig Spaß gemacht und gelernt haben ich auch ne ganze Menge!! LOL


    Uwe Rheinard



  3. Sehr unterhaltsamer Lesestoff. Ist das immer so bei einem RC-Car Rennen? Ich bekomme das Gefühl, dass dort sehr viel Bier getrunken wird….


    Dieter Fleischer



  4. Ein sehr langer aber wunderschöner Bericht. Und ehrlich gesagt, mir kamen auch bisschen die Tränchen, musste immer so lachen …


    Daniel Reckward



  5. Es wurde schon mal mehr Bier getrunken .. ich hoffe ja auch, dass die Leute beim Rennen Spaß bekommen und die zum Teil sehr starke Verbissenheit etwas zurück weicht. In unserer kleinen Gruppe spielte es keine Rolle welche Marke gefahren wurden. Es stand eindeutig der Spaß im Vordergrund! Nächstes Jahr freue ich mich schon auf weitere ENS Rennen. Weiter so Uwe!


    Daniel Toennessen



  6. Die Leute sollen mal ihre Markenbrillen absetzen und sich mehr helfen schließlich profitierten am Ende alle davon


    Frank Kleintz



  7. Glückwunsch Daniel bei solch einem Fahrerfeld bis ins Finale zu fahren nicht schlecht. Streng sportlich gesehen hast den Europameister hinter dir gelassen.


    Michael Zoller



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