24.Okt

Blick hinter die Kulissen zu den Deutschen Meisterschaften Teil 2/4

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Nachdem der erste Teil unserer vierteiligen Serie von Hintergrundberichten zu den Deutschen Meisterschaften bereits auf großes Interesse stieß, beleuchten wir nun mit dem zweiten Teil den Finallauf zur Deutschen Meisterschaft in der Klasse VG10, der Anfang September auf der badischen Traditionsstrecke des MC Ettlingen in der Nähe von Karlsruhe ausgetragen wurde. Während der sich über vier Tage erstreckenden Veranstaltung wurde der neue Deutsche Meister in der Klasse 1:10 Onroad ermittelt und die Farben von RMV Deutschland wurden bei diesem Event von unserem Teamfahrer Daniel Toennessen vertreten, der mit seinem von einem RB TX-R Motor angetriebenen Mugen MTX-5 an den Start ging.

Nachdem Daniel Toennessen bei den der Deutschen Meisterschaft vorausgegangenen Qualifikationsläufen im Sportkreis West sehr erfolgreich unterwegs war und sich den Titel des Sportkreismeisters sichern konnte, wartete bei diesem Rennen die nächste Bewährungsprobe auf Fahrer und Material. Im Folgenden erhalten Sie einen von Daniel Toennessen verfassten Überblick über die Besonderheiten dieses Rennens und die von ihm am Fahrzeug vorgenommenen Einstellungen und Veränderungen.

Die deutsche Meisterschaft wurde dieses Jahr erstmals mit Einheitsreifen gefahren. Der zu verwendende Reifentyp wurde am Anfang der Saison festgelegt und die Wahl fiel auf die LRP VTEC-Reifen in den Shorehärten 35 und 37 für die Vorder- und Hinterachse. Die Reifen wurden fertig geschliffen angeliefert und die Durchmesser betrugen 62 und 64mm. Üblicherweise fahre ich Contact Tyres mit einer Differenz von 5 Shore, was sich insbesondere auf meinem Mugen MTX-5 bisher sehr gut bewährt hat. Da die Umstellung auf einen anderen Reifentyp in der Regel ein komplexer Prozess ist, der viel Feinabstimmung erfordert, war mir von vornherein klar, dass dies mit einem hohen Testaufwand verbunden sein würde, denn ich hatte es versäumt mir im Vorfeld die DM-Reifen zu besorgen um mich auf die neuen Bedingungen einzuschießen. Hierzu blieben mir im Training nun zwei Tage Zeit.

Die DM-Reifen konnten zum Training zu günstigen Konditionen vor Ort erworben werden und wie befürchtet war das Fahrverhalten mit den ungewohnten Reifen nun völlig anders und mein MTX-5 hatte mit meinem üblichen Setup nun sehr wenig Lenkung und einen zu geringen Reifenverschleiß an der Vorderachse. Allgemein hat die Strecke in Ettlingen jedoch einen sehr hohen Verschleiß, so dass nach ca. 20 Minuten Fahrzeit die Räder an der Hinterachse nahezu vollständig verschlissen sind. Dies bedeutete, dass ich mir für das Training einige Sätze beschaffen musste. Für das eigentliche Rennen musste jeder Fahrer mit Abgabe der Nennung sieben Sätze kaufen.


 
Mein Hauptaugenmerk legte ich nun während der beiden Trainingstage darauf mehr Lenkung zu finden und eine möglichst gleichmäßige Balance in Bezug auf den Reifenverschleiß an Vorder- und Hinterachse zu haben, da sich das Fahrverhalten des Fahrzeugs bei zu stark verschleißenden Hinterrädern in der Regel schnell verschlechtert.

Die wesentlichen Änderungen am Setup waren ein Anheben des Rollcenters an der Hinterachse, sowie der Einbau deutlich härterer Differenziale. Nachdem mein MTX-5 nun über ein recht aggressives Einlenkverhalten verfügte, führte dies zu einem sehr unrunden und schwierigen Fahrverhalten. Um dieser Tendenz entgegen zu wirken, baute ich einen etwas härten Stabilisator an der Vorderachse ein und wechselte von der PF SRS auf die PF P37 Karosserie. Damit ließ sich das Auto nun deutlich einfacher und sehr sauber fahren.

Ein vollständiges Setup-Sheet vom RMV-Teamfahrer Daniel Toennessen für diese Rennstrecke findet Ihr unter folgendem Link: >> Team-Setup-Ettlingen-2013 <<


 
Mir gelang es schließlich mich für das ¼-Finale zu qualifizieren und der Aufstieg ins  Halbfinale verlief bis auf einen dummen Fahrfehler meinerseits problemlos. Im Halbfinale, das über eine Laufdauer von 30 Minuten gefahren wurde, musste ich nun aufgrund des sehr hohen Reifenverschleißes die Reifen auf der rechten Seite nach 20 Minuten wechseln. Leider reichte meine Pace, auch bedingt durch einen Motorabsteller 5 Minuten vor Schluss, nicht um ins Finale aufzusteigen. Dies ist zwar schade, aber kein Beinbruch, da ich mit meiner Leistung und dem Paket aus Auto und Motor, sowie der Reifenregelung zufrieden bin. Mehr war unter den gegebenen Umständen einfach nicht drin. Für das nächste Jahr wünsche ich mir jedoch Einheitsreifen mit einer Härtedifferenz von 5 Shore, was ganz sicher auch mehr der in VG10 gängigen Praxis entsprechen dürfte.

Liebe Grüße
Daniel Toennessen

Lesen Sie im dritten Teil, wie es dem frischgebackenen ORE8B Vizemeister Maik Wiesweg mit seinem RB E-ONE R V2 beim Rennen zur Deutschen Meisterschaft auf der Strecke des RCRT Duisburg erging. Ganz sicher ebenfalls interessant und lesenswert werden die Erfahrungen des frischgebackenen Deutschen Meisters in der Klasse VG8 Robert Pietsch sein, der dann im vierten und letzten Teil unserer Serie einen Einblick in die Abstimmung seines Mugen MRX-5 WC geben und von seinen Erfahrungen berichten wird.

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24.10.2013 von admin Zurück

3 Kommentare

  1. Rückblickend betrachtet hatte er besser gesagt wir zusammen eine sehr schöne Saison. Beste Grüße Matthias


    Matthias Reckward



  2. Korrekt Matthias dazu muss man noch ergänzen er ist ein netter und sehr sympatischer Fahrer! Betreibt den Rennsport sehr professionell, ist zielstrebig und bereitet sich bestens für ein Rennen vor, sehr lobenswert 😉


    Daniel Reckward



  3. Vielen Dank für die Lorbeeren!
    Die Nitro-Saisson wird nun kommendes Wochenende beim Messerennen in Friedrichshafen beendet. Die viele Arbeit in die Vorbereitung zu jedem Rennen hat sich mit erstaunlich wenigen Ausfällen durch technische Defekte bezahlt gemacht. Manch einer kann es kaum glauben wie oft mein Wagen in Einzelteilen war! Frei nach dem Motto: „to Finish first you have to finish first“


    Daniel Toennessen



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