16.Aug

Die EM-A 1:8 OffRoad in Sand aus der Sicht von Daniel Reckward

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Alle Jahre wieder im August steht die Europameisterschaft in der Klasse 1:8 Verbrenner-Offroad auf dem Programm und in diesem Jahr war die wunderbare Strecke in Sand am Main der Austragungsort für dieses hochkarätige Event, bei dem von 180 genannten letztendlich 165 Fahrer an den Start gingen, um den neuen Europameister zu küren. Ein besonders großes Lob geht an dieser Stelle an die EFRA, den DMC, sowie alle Helfer vom MSC Sand am Main, die alle zusammen einen hervorragenden Job gemacht und Fahrern und Zuschauern eine EM der Extraklasse präsentiert haben.

Link zum Facebook-Rennalbum >> Impressionen Teil 1 bis 4 der Europameisterschaft <<

Jeder der schon einmal bei einem größeren internationalen Event am Start war, wird der These „Planung und Vorbereitung sind die halbe Miete“ sicherlich zustimmen, denn aufgrund eines zeitlich begrenzten Trainingsumfangs bei einer EM sollte man sein Material sehr genau kennen und mit einer brauchbaren Grundabstimmung seines Fahrzeugs an der Strecke erscheinen. Alle diese und noch einige andere Voraussetzungen waren für mich eigentlich bis wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung auch erfüllt, doch dann erreichte mich ein Anruf von RB Products aus Frankreich. Meine Freunde aus Allevard hatten für ihren RB ONE R Rennbuggy eine ganze Reihe neuer Prototypenteile produziert, welche eigentlich erst im weiteren Verlauf der Saison zur Verfügung stehen sollen, doch nun ging alles viel schneller als erwartet und man fragte mich, ob ich in Sand am Main nicht den neusten Prototypen des RB ONE R fahren könnte, um im realen Wettbewerbseinsatz wichtige Erkenntnisse zu sammeln. Diese Anfrage traf mich natürlich völlig überraschend, zumal ich ja eigentlich vorhatte, mit einem Mugen MBX-7 zu starten und sowohl für das Fahrzeug, wie auch für meine RB BX-R Motoren ein gut funktionierendes Setup erarbeitet hatte. Insbesondere in Bezug auf die Motoren hatte ich im Vorfeld viel getestet und mich speziell dem Thema Treibstoffverbrauch gewidmet und hier mit dem RB BX-R LS5 hervorragende Fahrzeiten von mehr als 10 Minuten mit einer Tankfüllung realisiert, wovon wir uns für die EM einen nicht unerheblichen Vorteil versprachen.

Obwohl mir klar war, dass es eine nicht ganz einfache Woche werden würde, sagte ich dem Angebot von RB Products zu und startete zusammen mit Marco Baruffolo mit dem brandneuen RB ONE R. Dementsprechend schwierig gestalteten sich dann auch die ersten Trainingsläufe auf der Strecke, denn das mir völlig unbekannte Fahrzeug wollte natürlich überhaupt nicht so wie ich es mir vorstellte. An dieser Stelle zahlte sich dann jedoch unser hervorragendes Teamwork aus und zusammen mit Marco Baruffolo und Eric Aita von RB Products machten wir schnell große Fortschritte und konnten den neuen RB ONE R von Lauf zu Lauf schneller machen. Obwohl die Formkurve von Fahrer und Fahrzeug nun klar nach oben zeigte, war mir bewusst, dass ich bei diesem Rennen keine Wunder erwarten konnte. Dennoch qualifizierte ich mich in den Vorläufen für das Viertelfinale, was angesichts der Umstände durchaus in Ordnung ging.

Im Viertelfinale lief dann auch alles nach Plan und ich konnte mich nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass ich locker 10 Minuten mit einer Tankfüllung fahren konnte, problemlos fürs Halbfinale qualifizieren. Mit dem Erreichen des Halbfinales hatte ich meine Erwartungen dann eigentlich schon übertroffen, aber als echter Racer versucht man ja stets ganz nach vorne zu kommen. Leider zerplatzten meine Träume vom Finale dann unmittelbar nach dem Start des Halbfinales wie eine Seifenblase, als ausgerechnet mein Markenkollege Miguel Matias aus Portugal meinte, mich mehrfach unsanft von der Strecke befördern zu müssen. „That’s racing“ wie man so schön sagt, wobei ich die Rempler meines Teamkollegen dennoch sehr ärgerlich fand, denn ohne die dadurch entstandenen Zeitverluste hätte ich sicherlich eine sehr realistische Chance auf den Aufstieg ins Finale gehabt. Unter diesen besonderen Umständen bin ich jedoch mit meinem 17. Platz bei dieser enorm stark besetzten Veranstaltung sehr zufrieden.

Was mich in Sand am Main aber persönlich besonders gefreut hat, war die starke Präsenz der von uns vertriebenen Produkte. Hier ist zum einen die enorme Akzeptanz des Mugen MBX-7 zu nennen, aber auch der RB ONE R wird für einen immer größer werdenden Kreis von Fahrern interessant und die Tatsache, dass Marco Baruffolo den 20-minütigen Lauf um den Titel des Jugend-Europameisters gewinnen konnte, zeigt ganz klar, wie konkurrenzfähig dieser Buggy mittlerweile ist.

Beeindruckend war auch der Zuspruch, denn unsere RB BX-R Motoren mittlerweile in der Szene erhalten. Der überwiegende Teil der Fahrer vertraute auf eines der BX-R Triebwerke, wobei ich persönlich dem leistungsmäßig geringfügig schwächeren LS5 in Verbindung mit einem kleinen Venturieinsatz den Vorzug gegenüber der SLS5 oder SLSDI5-Variante gab, da mich der extrem effiziente Treibstoffverbrauch auf der ganzen Linie überzeugt hat. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang noch, dass zum Erreichen von Fahrzeiten von 10 Minuten und mehr es sehr wichtig ist, dass der Antriebsstrang des Fahrzeugs sehr leichtgängig ist und eine relativ kurze Untersetzung des Motors gewählt wird. Ebenfalls förderlich ist hier eine früh greifende Kupplung.

Über den allgemeinen Verlauf des Rennens wurde ja an vielen anderen Stellen schon ausführlich berichtet und mit David Ronnfalk hat ganz sicher auch der beste Fahrer diese EM gewonnen. Bereits beim WarmUp dominierte er die Konkurrenz nach Belieben und mir war es eine große Freude im beim Fahren zuzusehen. Seine Unbeschwertheit und sein unglaublicher Speed erinnerten mich an meine Jugend, als ich ebenfalls scheinbar spielerisch die ganz großen Erfolge einfahren konnte.

Auch scheint der Offroad-Sport keine reine Männderdomäne mehr zu sein, denn die insgesamt drei weiblichen Teilnehmer zeigten allesamt eine beeindruckende Leistung, was letztendlich eine hervorragende Werbung für den Sport ist.

Quelle … Rennbericht: Daniel Reckward
Rennbilder: Kerstin Bessler | Video: Red RC
Hinweis “Alle Angaben ohne Gewähr”

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16.08.2014 von admin Zurück

Kommentare

  1. Den Bericht zur EM habe ich bewusst nicht auf das Herunterbeten dessen, was bei der Veranstaltung ablief ausgerichtet, sondern versucht meine Sicht auf einiges, zum Teil auch technische Aspekte zu lenken. Hoffe es interessiert die Leute mehr, als den 30. Rennbericht mit ähnlichem Inhalt zu lesen!


    Daniel Reckward



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