05.Aug

Gewusst wie – Tipps und Erfahrungen zum Einlaufen des REDS Motors

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Hallo Freunde des gepflegten Modellsport. Mein Name ist Lukas Strothmann und seit Anfang des Jahres fahre ich die neuen Reds Racing Motoren. Wie die meisten von euch ja sicherlich wissen, ist der Einlaufvorgang eines neuen Verbrennungsmotors in der Regel die kritischste und wichtigste Phase im Leben eines solchen Motors. Es gibt verschiedenste Theorien zu diesem Thema, aber grundsätzlich sollte man sich vorab einmal kurz theoretisch vor Augen führen, was beim Einlaufvorgang passiert und worauf man unbedingt achten sollte.

lukasstrothmann_1Da es für eine optimale Leistungsfähigkeit und gute Laufeigenschaften eines Motors wichtig ist, dass sich insbesondere Kolben und Laufbuchse perfekt auf einander einlaufen, sollte man insbesondere diesen Bereich genau betrachten, denn Modellmotoren besitzen keine Kolbenringe und um dennoch einen perfekten Sitz des Kolbens in der Laufbuchse und einer daraus resultieren optimalen Abdichtung zu erreichen, sind diese Teile konisch gefertigt, was wiederum bedeutet, dass der Kolben, wenn er in der Laufbuchse nach oben geschoben wird, ab einem bestimmten Punkt anfängt zu klemmen. Diese Klemmung ist im Neuzustand bewusst sehr stark und während des Einlaufvorgangs wird quasi so lange mehr oder weniger kontrolliert Material vom Kolben abgetragen, bis sich bei immer noch vorhandener leichter Klemmung im oberen Totpunkt des Kolbens eine perfekte Abdichtung ergibt.

Ebenfalls bedenken sollte man, dass ein Verbrennungsmotor im Betrieb heiß wird und sich als Folge davon Laufbuchse und Kolben abhängig vom Ausdehnungskoeffizienten des verwendeten Materials unterschiedlich stark ausdehnen. Es ist daher wichtig, dass insbesondere im Bereich der optimalen Betriebstemperatur eine optimale Passung von Kolben und Laufbuchse vorhanden ist und sich die bei kaltem Motor vorhandene, in der Regel stärkere Klemmung nicht so weit reduziert, dass keine optimale Abdichtung mehr vorhanden ist.

Um also die kritische Phase des Einlaufens so kontrolliert und schonend wie möglich zu gestalten, sollte demnach der Einlaufvorgang zum einen in einem möglichst der späteren Betriebstemperatur entsprechenden Bereich, sowie zum anderen mit optimaler Schmierung durchgeführt werden. Dies erreicht man, indem man den neuen Motor vor dem ersten Startversuch mit einem Fön gründlich vorwärmt.

Als nächstes sollte die Hauptdüsennadel des Vergasers so weit wie möglich herausgedreht werden. Erst dann kann der Motor gestartet werden. Sobald der Motor läuft, wird der Vergaser in Vollgasstellung gebracht. Durch die extrem fette Einstellung der Hauptdüsennadel wird der Motor seine Drehzahl zwar spürbar erhöhen, jedoch in einem unkritischen Drehzahlbereich verbleiben.

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Auf diese Art lässt man den im Fahrzeug eingebauten Motor im Stand 4-5 Tanks bei Vollgas laufen. Beim Nachtanken den Motor unbedingt wieder in die Leerlaufdrehzahl bringen und erst bei verschlossenem Tankdeckel erneut Vollgas geben. Während dieser Einlaufphase sollte permanent versucht werden, den Motor mit Hilfe des Föns auf einer Temperatur von mindestens 100°C zu halten. Sollte der Einlaufvorgang bei einer zu geringen Temperatur stattfinden, verschleißt der Kolben zu schnell und zu stark, was beim späteren Betrieb im Bereich der optimalen Betriebstemperatur dazu führt, dass die Passung von Kolben und Buchse nicht optimal sind und der Motor unter Kompressionsverlust leiden wird, was wiederum ein schlechtes Laufverhalten und eine reduzierte Leistung zur Folge hat.

Ab ca. der 6. Tankfüllung kann die Hauptdüsennadel schrittweise soweit geschlossen (zugedreht) werden, dass der Motor bei Vollgasstellung in einen Drehzahlbereich kommt, ab dem die Kupplung sicher greift und ein langsames Fahren auf der Strecke möglich ist. Ab dem nächsten Tank kann der Motor dann im Fahrzeug auf der Strecke vorsichtig gefahren werden und die Übergangs.- und Hauptdüsennadel schrittweise bis hin zur optimalen Einstellung geschlossen werden.

Gänzlich abzuraten ist von einem „eintuckern“ des Motors mit Leerlaufdrehzahl im Stand. Hierbei wird zum einen eine viel zu geringe Temperatur entwickelt und zum anderen ist die Schmierung nicht optimal. Darüber hinaus benötigt der Motor durchaus eine geringe Belastung, so dass sich alle bewegten Teile perfekt auf einander einlaufen können.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Lukas Strothmann

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05.08.2015 von admin Zurück

Kommentare

  1. Hallo Lukas, sehr gut beschrieben und nachvollziehbar. Im Onroad Bereich egal ob 2,11 oder 3,5 Motoren gehen wir einen etwas anderen Weg.
    Hierzu kurze Erläuterung: Motor vorwärmen mit Fön ebenfalls ein „Muss“ anschließend fahren wir den Motor einen halben Liter bei einer Temperatur von min. 80-85 Grad , danach kurze Abkühlphase und anschl. nochmal 0,5 Liter bei einer Temperatur von 85-90 Grad. Danach wieder Abkühlphase um dann bei den nächsten 0,5 Litern den Motor auf seine eigentliche Temperatur und Leistung zu bringen. Die Reds Onroad Motoren brauchen in der Regel diese 1,5 Ltr. zum Einlaufen und werden es mit langer Lebensdauer belohnen. Was ich persönlich für sehr wichtig halte und leider von vielen etwas vernachlässigt wird, ist das befestigen des Luftfilter mit einen Kabelbinder, damit kein feiner Staub und Dreck in den Vergaser gezogen wird der dann anschließend im Motor landet und diesen zerstört.
    Gruß Rüdiger


    Rüdiger Hepp



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