01.Dez

Rückblick Weltmeisterschaft VG8 in Brasilien

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Vom 13. bis 21.11.2015 fand die im Zweijahresrhythmus ausgetragene Weltmeisterschaft der Klasse VG8 in Brasilien statt. Grund genug für uns, einen genaueren Blick auf diese Veranstaltung zu werfen, gilt doch insbesondere eine Weltmeisterschaft immer als Gradmesser für verschiedenste Entwicklungen einer Klasse.

Auf den ersten Blick auffällig an dieser WM war sicherlich das mit 72 Startern für ein Event dieses Stellenwerts sehr überschaubare Teilnehmerfeld, wobei sich der überwiegende Teil der Piloten aus südamerikanischen Fahrern zusammensetzte. Die in der Vergangenheit zahlenmäßig starken Nationen aus Europa, bzw. die USA waren diesmal erstaunlich schwach repräsentiert. Trotz eines zahlenmäßig nicht überragenden Fahrerfelds wurde jedoch hochkarätiger und spannender Sport geboten, was sich bereits während der Trainingsläufe abzeichnete. Der im Vorfeld als einer der Favoriten gehandelte Schweizer Simon Kurzbuch zeigte dann auch von den ersten Metern an, dass er ein wichtiges Wort bei der Vergabe des Titels würde mitreden können. Sowohl im freien, wie auch im offiziellen Training und schließlich in der Qualifikation konnte sich der Shepherd-Fahrer stets unter den Top 4 platzieren und am Ende die TQ-Position erringen.

Die deutschen Hoffnungen ruhten hauptsächlich auf Ex-Weltmeister und Mugen-Werkspilot Robert Pietsch, der den brandneuen von ihm konstruierten Mugen MRX-6 an den Start brachte. Zusammen mit seinem japanischen Teamkollegen Takaaki Shimo bildete er die Speerspitze des Mugen-Teams und beide Fahrer konnten sich von Beginn an im Bereich der Top 10 platzieren.

Zahlenmäßig am stärksten vertreten waren die Fahrzeuge der holländischen Traditionsfirma Serpent. Das als Titelverteidiger angereiste Serpent-Team bildete mit den Brüdern Tadahiko und Yuya Sahashi ein starkes Duo, welches die Serpent-Ehre an vorderster Front vertrat und sich ebenfalls von Beginn an weit vorne in den Ranglisten platzieren konnte und sich somit alle Chancen offen hielt. Nie richtig in Fahrt schien der 9-malige Rekordweltmeister Lamberto Collari zu kommen. Trotz intensiver Bemühungen gelang es ihm nicht, mit dem von ihm pilotierten brandneuen Infinity die Lücke zur Spitze zu schließen und man fand den italienischen Routinier lediglich im vorderen Mittelfeld. Doch damit nicht genug. Die bis zur Qualifikation durchwachsene Vorstellung endete schließlich im Halbfinale auf einem für ihn ungewohnten 21. Gesamtrang. Ebenfalls nicht ins Finale schaffte es als Folge des Zwischenfalls mit Collari der deutsche Ex-Weltmeister Robert Pietsch, der neben seinem Pech auf der Piste auch von verschiedensten Problemen neben der Rennstrecke geplagt wurde.

Das Finale schließlich sollte durch einen absolut sehenswerten und bis zur Ziellinie spannenden Kampf zwischen Simon Kurzbuch und Takaaki Shimo geprägt werden, in dessen Verlauf sich beide Piloten keinerlei Geschenke machten. Am Ende des einstündigen Finales konnte sich schließlich nach starker Fahrt Simon Kurzbuch mit dem marginalen Vorsprung von lediglich 0,2 Sekunden vor dem Japaner Takaaki Shimo den WM-Titel sichern. Auf Platz drei komplettierte Yuya Sahashi das Podium und zeigte wie bereits bei der letzten WM auch in Brasilien erneut eine sehr starke Leistung.

Insbesondere der sehr knappe Ausgang des Finales zeigt, auf welch unglaublich hohem Niveau sich die aktuellen VG8-Fahrzeuge und Motoren, aber auch die Fahrer bewegen und belegt nachhaltig, dass momentan jedes Fahrzeug siegfähig zu sein scheint. Einen gelungenen Einstand zeigte der brandneue Mugen MRX-6, mit dem es Takaaki Shimo um ein Haar gelungen wäre, bei dessen internationalem Debüt eine Sensation perfekt zu machen. Doch auch der Vizetitel untermauert deutlich die Tatsache, dass sich der neue MRX-6 anschickt, das extrem erfolgreiche Erbe seines Vorgängers fortzusetzen. Das nicht unbedingt absolute Neukonstruktionen für den Kampf um den Titel erforderlich sind, belegen die Fahrzeuge von Serpent und Shepherd, die auf Basis einer bewährten Konstruktion ebenfalls eine überzeugende Leistung zeigen konnten.

RMV-Deutschland

2015 IFMAR 1:8 IC Worlds – Main Final

Ergebnis/Result
Pos.Fahrer/DriverLa./Con.Auto/CarMotorR.Zeit/Time
1.
Simon Kurzbuch
ShepherdNovarossi2021:00:00.506
2.
Takaaki Shimmo
MugenOS2021:00:00.720
3.
Yuya Sahashi
SerpentPicco2011:00:11.670
4.
Flavio Elias
ShepherdNovarossi2001:00:15.239
5.
Tadahiko Sahashi
SerpentPicco2001:00:15.354
6.
Sebastian Recio*
CapricornNovarossi19359:51.325
7.
Shinnosuke Yokoyama
MugenOS16759:49.810
8.
Henrique Winik
MugenOS14344:50.294
9.
Robin D´Hondt
BMTPicco11936:48.966
10.
Daniele Ielasi
WRCIelasi9628:43.838

 
Unsere Glückwünsche gehen an Simon Kurzbuch und das Shepherd-Team für eine überragende Leistung und einen verdienten Titelgewinn. Simon Kurzbuch bestätigt nach seinen starken Auftritten im ENS und bei der Europameisterschaft mit dem WM-Titel eindrucksvoll, dass er momentan das Maß der Dinge im VG8-Rennsport ist.

Quelle …
Rennbericht: RMV – Daniel Reckward
Rennbilder: Mugen Seiki – Stefan Habbecke | Serpent – Ronald Baar
Rennvideo: Main Final – Fred Tranquilin
Hinweis “Alle Angaben ohne Gewähr”

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01.12.2015 von admin Zurück

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