30.Aug

Nachlese zur Deutschen Meisterschaft OR8 beim MRC Meiningen e.V.

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Die tollkühnen Frauen und Männer mit ihren fliegenden RC/Car-Kisten. So oder so ähnlich fragen mich immer wieder viele Freunde und Bekannte die eine Frage. Was fasziniert dich so am Rennen fahren? Ihr und euer gepflegtes Daumenkino seit nach einem Wochenende fertiger wie ein Marathonläufer. Was macht diesen Modellrennsport so interessant und warum fahrt ihr überhaupt bei einer Deutschen Meisterschaft, wenn ihr nur geringe Chancen auf den Sieg habt. Diese Fragen kann man sehr schön am zweiten Lauf zur Deutschen Meisterschaft in Meiningen erklären.

Denn auch hier zeigte sich das Freude und Leid, Aufstieg oder Ausscheiden, Glück und Pech, Sieg und Niederlage manchmal ganz dicht zusammen sind. „Los geht’s“ am Wochenende vom 26. bis 28.August 2016 wurde auf der wunderschön gelegenen Strecke von Meiningen der zweite Lauf zur Deutschen Meisterschaft 1:8 Verbrenner-Buggy ausgerichtet. Wieder trafen sich die besten Fahrer aus dem Süden, Osten, Westen, Norden und Mitte zum deutschen Rennen des Jahres. Schon am Freitag waren die Temperaturen sehr hoch und das änderte sich über das Wochenende nicht. Das machte den Fahrern ziemlich zu schaffen. Der zu befahren Untergrund in Meinungen aus Naturboden, gelungen Pflasterpassagen und auf den Sprüngen mit festen Belag versehen, versprach Offroad Feeling pur. An der Strecke angekommen, war schnell klar. Am Ende der Geraden mit ihrer schnellen Linkskurve wird jeder Fahrer Mut und all sein können zeigen müssen. Da galt das Motto: Lieber keine Bande riskieren und keinen Schwung verlieren!

Die ersten Trainingsdurchgänge war die Strecke noch relativ staubig und daher noch kein Grip vorhanden. Am Ende der Geraden hieß es oft: Wer spät bremst, ist länger schnell. Im Training ging es in erster Linie darum, die Strecke kennen zu lernen und sie machte von Anfang an richtig Spass. Die Strecke baute nach und nach schnell sehr viel Grip auf. Was alle Fahrer vor die Herausforderung stellte, den richtigen Reifen zu finden, um auf der eine Seite nicht zu Kippen und auf der anderen Seite genug Vortrieb zu generieren. Der letzte Durchgang war dann am Freitag das gezeitete Training. Hier war es wichtig 3 gute Runden am Stück auf die Strecke zu bringen um sich eine gute Vorlaufgruppe zu sichern. Danach wurde ausgelassen bei herrlichen Bedingungen der Abend zum Tag gemacht. Samstag früh stand dann das letzte und gezeitete Training an. Die letzte Chance etwas am Setup und Reifen zu testen. In den Vorläufen zeigte sich wieder einmal mehr, dass die Favoriten ganz dicht zusammen sind. Marcel Guske konnte sich die Overall TQ sichern.

Sonntag morgen ging dann der Finaltag los. Bis zum Halbfinale gab es 4 Aufstiegsplätze für 12 Fahrer zu vergeben. Spannung pur bis zur letzten Sekunde in jedem Finale. Meist reichte nur ein kleiner Fehler oder Unaufmerksamkeit um einen Aufstieg zu verpassen. Zwischen Freunde und Leid waren es meist nur ein paar Zentimeter. Hier zeigte sich was unseren Modellrennsport so aufregend macht. Das Leistungniveau von allen gestarteten Fahrern war sehr hoch und nach 15 Minuten für 8 von 12 Fahrern die DM 2016 schon vorbei. Die Strecke inzwischen sehr rau und löchrig geworden und hatte extrem viel Grip. Also keine Zeit zum verschnaufen und jede Sekunde fordernd. Jeder Fahrer am Limit seines Könnens, musste mit einer Mischung aus hohen Risiko und mit Feinfühligkeit ohne zu kippen möglichst fehlerfrei seine Runden drehen. Wieder einmal echter RC/Car-Sport mit allen Facetten was 1:8 Verbrenner-Buggy fahren so herrlich aufregend macht. Im jeden Finale beinharte aber faire Kämpfe das Geschehen. Feinste Überholmanöver, immer hart am Gas und mit viel Spaß war jedes Finale für sich spannend. Ab den beiden Halbfinalen wurde es dann richtig ernst. Wer um die Deutsche Meisterschaft oder eine gute Platzierung in der Gesamtwertung zu bekommen, musste nach 20 Minuten unter den ersten 6 überstehen zum Auftsieg ins 40 minütige „Super“ Finale und es wurde für einige Topfahrer richtig eng.

Gesamtergebnis findet Ihr unter folgendem Link: >> 2. Lauf zur Deutschen Meisterschaft <<

Junior Finale: Auch hier ging es um die Deutsche Meisterschaft in einem 30 minütigem Finale. Unsere Jüngsten und Hoffnungsträger der Zukunft zeigten den Großen, welches Potential in ihnen steckt. Berkan Kilic konnte in Sand den Sieg vor Tom Sommer für sich verbuchen. Berkan von Pole gestartet konnte sich sehr zügig vom Feld absetzten. Tom mit sicherer Fahrweise sehr konstant auf P2 unterwegs. Zwei Runden vor Schluss dann das Drama. Mit einer Runde an Vorsprung schlug der Defektteufel gnadenlos bei Berkan zu. Der Schalter seines Autos versagte und somit verlor er den sicherer Titel. Tom Sommer hingegeben konnte wieder ein fehlerfreies Rennen abliefern und wurde damit verdienter Deutscher Juniormeister 2016. Einer der wohl bewegensten Finale der jüngeren Vergangenheit. Herzlichen Glückwunsch an Tom Sommer für diese herausragende Leistung. Lieber Berkan dir steht noch eine große Zukunft bevor…

40+ Finale: Die einen nennen sie scherzhaft die Oldis oder Rentner der RC/Car-Szene. Ich nenne sie die fahrenden Legenden. Immer noch extrem schnell, aufgeregt wie beim ersten Rennen und einer Erfahrung von unschätzbarem Wert. Top Favorit war natürlich unser Daniel Reckward. Unzählige Titel national und international sprechen einfach für sich. Nach dem Start konnte sich Daniel auch recht schnell absetzten. Dahinter wurde es richtig spannend. Der Zweitplatzierte von Sand Guido Erler hatte beim Start richtig viel Pech und musste sich durchs ganze Feld arbeiten um sich seinen Vizetitel zu sichern. Das schaffte er auch. Somit wurde 40+ Deutscher Meister Daniel Reckward vor Guido Erler und Robert Hart.

Das Finale: Von der Pole startete Burak Kilic vor dem pfeilschnellen Carsten Keller und dem frisch gebackenen EM/DM 1:10 Champion Jörn Neumann. Diese 3 Fahrer setzten sich auch sehr schnell ab. Jörg konnte das Tempo bald schon nicht mehr ganz mit gehen, sodass ein heißer Zweikampf zwischen Burak und Carsten entflammte. Mal Burak vorn mal der Carsten. In der 39 Minute fast immer wenige Zentimeter getrennt, ging Carsten kurz vor Schluss der Sprit aus. Somit konnte Burak Kilic sich den Sieg vor dem erneut stark fahrenden Philipp Guschl und Jörn Neumann sichern. Die Punkte aus beiden DM-Läufen zusammen addiert bedeutete am Ende – neuer Deutscher Meister 2016 in der Klasse 1:8 Verbrenner-Buggy ist unser Jörn Neumann mit dem brandneuen Serpent SRX-8. Herzlichen Glückwunsch!

Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle dem Team vom MRC Meiningen, welches mit der Organisation des Rennens und dessen Durchführung einen hervorragenden Job gemacht hat. Darüber hinaus möchte ich mich noch bei Matthias und Daniel Reckward von RMV für deren tolle Unterstützung während der drei Tage bedanken. Ohne so ein starkes Team wie ihr es seid, sind solche Erfolge nicht möglich. Last but not least möchte ich hier noch die hervorragende Leistung des gesamten RMV-Kaders bei dieser Deutschen Meisterschaft würdigen, denn viele Podiumsplätze waren fest in unserer Hand. Well done!

Das war´s aus Meiningen, aber es stehen noch so viele Veranstaltungen im Rennkalender. Ich freu mich bereits auf die bevorstehende Deutsche Meisterschaft 1:8 Elektro-Buggy vom 16. bis 18. September in Landshut. Tschüss und bis bald!

Quelle …
Rennbericht: Holger Wolf
Veranstaltungsort: MRC Meiningen e.V.
Hinweis “Alle Angaben ohne Gewähr”

RMV Deutschland – We’ve got the Speed!

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30.08.2016 von admin Zurück

2 Kommentare

  1. Aus meiner Sicht liegen zwei tolle DM-Läufe hinter uns. Der Holger Wolf hat einen wunderbaren Bericht über den zweiten Lauf in Meiningen geschrieben. Wie fandet ihr Sand und Meiningen?


    Daniel Reckward



  2. Ich glaub da ist ein Tipfehler: „Jörg konnte das Tempo bald schon nicht mehr ganz mit gehen,… “ Sollte das nicht: „Jörn konnte das Tempo bald schon nicht mehr ganz mit gehen,… “ heißen? Sehr gut geschrieben, sehr spannend auch. Schade das es von den drei Finalen keinen einzigen Youtube Komplett Aufnahme gibt. Danke für den Bericht! MfG Bernd „Falki“ Falkenhain


    Bernd Falkenhain



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