06.Mai

Carsten Keller verrät uns seine MBX-7R Setup Sheets von Bischofsheim

0

Hallo liebe Rennsportfreunde! Für alle, die mich noch nicht kennen: Ich heiße Carsten Keller und freue mich sehr, heute eine Betrachtung der Ereignisse mit den passenden Setup Sheets aus meiner Sicht in dieser Lounge schildern zu dürfen. (Hier ein Direktlink zum Rennbericht) Das erste freie Training am Freitag startete für mich um 10:00Uhr und nach der ersten Runde wusste ich, dass die Performance aller Komponenten überdurchschnittlich gut ist. Im weiteren Verlauf des Tages probierten Daniel Reckward und ich in Absprache mit Matthias Reckward kleinere Setupänderungen durch. Die Basis war gut und wir wollten keine großen Veränderungen, weil die Strecke sich von Lauf zu Lauf stark änderte. Das Ziel war es die Autos so neutral wie möglich zu halten. Durch das Feedback beider Fahrer wussten wir schnell welche Änderungen wir beibehalten und welche nicht den gewünschten Effekt hatten. Der lange Tag endete mit einem positiven Gefühl für die am Samstag folgenden Qualifikationen. Ich konnte den Speed der Spitze mitgehen und befand mich zu jedem Zeitpunkt in den Top 3.

Am Samstag der erste Quali-Lauf war überraschend und erstaunlich zugleich. Die Strecke war abgetrocknet und meine Erwartungshaltung war, dass deutlich mehr Griff auf der Strecke vorhanden sein wird. Leider wurde ich enttäuscht. Die Strecke war ungewohnt rutschig und ich suchte in jeder Passage nach Traktion und Lenkung. Trotz des nicht besonders guten Gefühls war mein Ergebnis sauber und ich konnte mich auf P2 hinter Bloomfield einordnen. Nach jedem meiner Vorläufe betrachtete ich die nächsten zwei Gruppen, um zu sehen wie sich die Autos der Konkurrenten auf der Strecke verhielten. Daniels und meine Ergebnisse waren auch im weiteren Verlauf des Qualifyings nicht schlecht und die Rundenzeiten waren absolut Konkurrenzfähig, trotzdem fühlte ich mich explizit im Kurveneingang sehr langsam. Daniel klagte über das gleiche Problem. Wir änderten vereinzelt vor jedem Lauf den Stabi an der Vorderachse, die Dämpferposition und den Anti-Squad an der Hinterachse. Mit dem Resultat: „ Ja wir kommen besser in die Kurve, jedoch ist das Auto beim Herausbeschleunigen deutlich nervöser und wir machen vermehrt kleine Fahrfehler.“

Mein Fazit war demnach, die Strecke ist sehr gewöhnungsbedürftig mit wenig Traktion auf den Lehmstücken. Wohingegen die Kunstrasenpassagen und zwei Highspeed-Kurven (Anfang und Ende der Geraden) extrem Griffig waren mit der Gefahr von Traction-Rolls. Somit galt es neben dem Auto auch den Fahrstil anzupassen. Die Reifenwahl fiel auf AKA Catapults, variierend Supersoft und Soft. Die Vorläufe waren beendet und alle sagten zu mir, ich kann zufrieden sein mit dem Ergebnis. Es fielen Worte wie: „Neues Auto“, „Gute Ausgangssituation“ ,„Super für das erste große Rennen in 2017“.

Dies ist alles korrekt. Jedoch brannte der Ehrgeiz in mir und als ich im Bett lag und mir anschaute wie Klitschko von Joshua vermöbelt wird, lies ich den Tag Revue passieren. In dieser Eigenanalyse wurde mir klar, dass wir bei allen Änderungen des Setups auf die Streckenveränderung, die wir in unseren Läufen zuvor feststellten, eingegangen sind. Im Folgelauf fanden wir jedoch völlig andere Streckenverhältnisse vor. Die Devise für meinen Finaltag lautete also, das Risiko in Kauf zu nehmen, zu beurteilen wie die Strecke sich wahrscheinlich bis zum Start der Finale verändert haben wird und das Setup entsprechend anzupassen.

facebook_bischofsheim
 
Ein vollständiges Setup-Sheet vom RMV/Mugen-Teamfahrer Carsten Keller für diese Rennstrecken findet Ihr unter folgendem Link:

Verbrenner >> Mugen-MBX7R-Setup1-RheinMainCircuit-2017 <<
Elektro >> Mugen-MBX7RECO-Setup2-RheinMainCircuit-2017 <<

Der Sonntag stand mit dem Semifinal-Practice an. Ich startete in das 10 min Training und mein Auto fühlte sich so schlecht an wie das ganze Wochenende noch nicht. Keine Lenkung in die Kurve und trotzdem ein nervöses Heck beim Herausbeschleunigen. Wenn diese beiden Faktoren vereint sind, kann ich aus Erfahrung sagen, dass man zu 90% den falschen Reifen gewählt hat. In weiser Vorausschau hatte mein Boxenhelfer einen Satz AKA Double Down mit dabei, den wir spontan testeten (Kurzschlussreaktion). Der Reifen gab mir das Gefühl zum Auto zurück und ich konnte die schnellste Rundenzeit im Training verzeichnen.

„The Experience of Matthias Reckward“ Nach dem Training hatten wir noch einige Zeit um über das Setup nachzudenken. Ich wollte, dass alles perfekt ist zum Start des Halbfinales. Ich sprach erneut mit Matthias und wollte mögliche Änderungen mit Ihm absprechen und diskutieren. Ich möchte an der Stelle unser Fazit anhand eines Zitats darstellen darstellen: The legendary M.Reckward: „Es ist absolut unrealistisch, dass du eine halbe Sekunde schneller fährst als die Bloomfields oder Neumanns dieser Welt. Also konzentriere Dich darauf einen Fehler weniger zu machen als Sie.“ Dies war Fall eines Schlüsselmoment, der mir die Augen öffnete. Ich änderte nichts am Auto und startete ins Halbfinale. Es war ein spannendes Rennen was ich vor Quagraine und Neumann für mich entscheiden konnte. Aus diesem Rennen schöpfte ich vertrauen und wusste, dass mein Auto den Speed hat, auch wenn es sich nicht unbedingt reaktiv und agil anfühlte. Holger Wittek sagte: „ Geht doch, das gleiche nochmal“. Ich musste mir das Lachen verkneifen weil es sich so leicht anhörte in Relation zu dem Aufwand der vorab betrieben wurde um mich und das Auto an dieses Limit zu bringen.

Im Finale startete ich ebenfalls mit dem gleichen Setting. Ich profitierte von einem Motorabsteller bei Bloomfield und konnte das Rennen von der ersten Runde anführen. Ich konzentrierte mich darauf keine Fehler zu machen. Die Strecke war anspruchsvoll wie nie. Konstantes und fehlerfreies Fahren (so gut es ging) erlaubte mir einen Vorsprung von ca. 10 Sekunden herauszufahren. Verfolger Quagraine/Neumann/Bloomfield. Beim dritten Tankstopp „Flameout“. Die Konzentration war weg und ich brauchte 3-4 Runden um erneut den Rhythmus zu finden. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht auf welchem Platz ich mich befinde und ich habe auch versucht es auszublenden. Meine Boxencrew gab mir kurz die Info P1 / -3 Sek auf Quagraine / du bist schneller. Dies half mir mich zu orientieren und ich wusste es besteht weiterhin eine realistische Chance das Rennen zu gewinnen. Ich konzentrierte mich, machte keinen Fehler mehr und ging als erster über die Linie. Große Freude über den Sieg im ganzen Team. Auch an der Stelle nochmal ein riesen Danke an Sponsoren und Helfer.

Noch ein kurzes Wort zur Klasse OR8e: Das Auto hat das ganze Wochenende keine Liebe bekommen außer mal ein Satz neue Reifen und konnte trotzdem den dritten Platz belegen. Absolut zufriedenstellend für mich! Vor mir Neumann und Bloomfield die regelrechte Elektrokoryphäen sind. Mit diesem Ergebnis im Rücken freue ich mich auf die anstehenden Rennen.

Bis zum nächsten Mal.
Eurer Carsten

RMV Deutschland – We’ve got the Speed!

{lang: 'de'}
06.05.2017 von admin Zurück

Hinterlasse einen Kommentar

 

    Fan Page